Beschwerde bei US-Börsenaufsicht

Das börsennotierte Wiener Internet-Unternehmen und Softwarehaus Y-Line holt im Kampf gegen IBM weit aus. Nach der gescheiterten Partnerschaft mit dem Computer-Riesen laufen bereits verschiedene Klagen auf Schadenersatz. Zusätzlich geht Y-Line zum Kartellgericht, zur Brüsseler Wettbewerbs-Behörde und zur US-Börsenaufsicht.
Beim Kartellgericht und bei der EU-Kommission wird man eine Prüfung der zwischen Y-Line und IBM bestehenden Verträge auf "marktbeherrschende Stellung" beantragen. Im Verlauf der Partnerschaft hat sich nach Ansicht von Y-Line herausgestellt, dass die Verträge wegen der marktbeherrschenden Stellung von IBM zustimmungspflichtig gewesen wären. Der US-Börsenaufsicht will Y-Line "unfaire Geschäftspraktiken" von IBM anzeigen, in den USA ein schweres Vergehen.
Y-Line hatte vor wenigen Wochen die Partnerschaft mit IBM aufgekündigt. Wegen angeblicher Nichteinhaltung des Vertrags hat Y-Line IBM wegen "Vertragsbruch, die missbräuchliche Verwendung ihrer marktdominierenden Stellung und die Anwendung unfairer Geschäftsmethoden" Klagen eingebracht. Zusätzlich zu der bereits bestehenden Forderung von 578 Mill. S hat Y-Line weitere rund 130 Mill. S Schadenersatz wegen des Kursverfalls der Y-Line-Aktie gefordert. Den Umsatzentgang durch die gescheiterte IBM-Partnerschaft schätzte Firmenchef Werner Böhm zuletzt auf 60 Mill. Euro (826 Mill. S). Kürzlich hatte YLine eine einstweilige Verfügung gegen IBM durchgesetzt.

