Briten wollen Pharma-Sparte kaufen

Der Pharmazie-Konzern GlaxoSmithKline soll vor haben, dem krisengeschüttelten deutschen Chemiekonzern Bayer die Pharma-Sparte um 15 Milliarden US-Dollar abzunehmen. Diese Gerüchte stützten den Bayer-Aktienkurs, der nach dem Medikamenten-Skandal um 52 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Präparat "Lipobay" kurzfristig abgestürzt war.
Britische Medien berichteten über den möglichen Deal - dadurch kletterte die Bayer-Aktie an der deutschen Börse um vier Prozent auf 34,69 Euro (477,34 S), bevor die Kursgewinne wieder auf 2,5 Prozent abschmolzen.
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Unterdessen wirbt Bayer mit ganzseitigen Anzeigen in Tageszeitungen um Vertrauen in der Lipobay-Affäre. "Bayer ist und bleibt ein gutes und vertrauenwürdiges Unternehmen", hieß es in den als "Offener Brief der Bayer AG" deklarierten und von Konzernchef Manfred Schneider unterzeichneten Anzeigen.
Zugleich streitet Bayer die Vorwürfe des deutschen Gesundheitsministeriums - der Konzern habe wichtige Informationen zurück gehalten und die Gefährlichkeit des Cholesterin-Senkers "Lipobay" (auch "Cholstat" oder "Baycol") erst gemeldet, als die ersten Todesfälle bekannt wurden - erneut ab. Bayer habe "stets im Sinne der Patientensicherheit gehandelt".
Bayer hatte Lipobay vor eineinhalb Wochen vom Markt genommenen. Nach dem Rückzug des Medikaments kündigte Schneider an, der Konzern werde seine Pharma-Sparte auf den Prüfstand stellen und "in wenigen Wochen" ein Konzept zu den Konsequenzen aus dem Lipobay-Skandal vorlegen.
4.000 Arbeitsplätze weg
In der Anzeige bekräftigte Schneider, das Unternehmen werde die bereits beschlossenen Restrukturierungs-Maßnahmen "schnell umsetzen" und damit seine Zahlen "deutlich verbessern". Bis 2005 sollen 4.000 Mitarbeiter abgebaut werden.

