Voraussichtlich ab Herbst Abschied von Börse

Mit überwältigender Mehrheit von über 99% stimmten die Austria-Tabak-Aktionäre am Montag für den Verkauf an den britischen Gallaher-Konzern. Der Deal soll am Donnerstag, 23. August, unter Dach und Fach gebracht werden. Für den Standort Österreich gibt es Garantien, das Werk in Malmö wird bis 2002 geschlossen.
In einer außerordentlichen Hauptversammlung wurde der Verkauf der Bundesanteile von 41,13 Prozent an Gallaher fast einstimmig abgesegnet. Gleichzeitig haben die Aktionäre die Beschränkung für das Stimmrecht eines Aktionärs von höchstens 25 Prozent abgeschafft. Der ebenfalls neu gewählte Aufsichtsrat für die Austria Tabak besteht aus acht Gallaher-Managern sowie dem bisherigen Austria-Tabak-Vorstand Jörg Schram.
Angebot an die Aktionäre
Gallaher unterbreitet den Kleinaktionären ein Angebot für die Übernahme ihrer Anteile zu 85 Euro, das ist derselbe Kaufpreis, den Gallaher dem bisherigen Mehrheitsaktionär ÖIAG geboten hat. Das Angebot läuft für mehrere Wochen. Wenn danach 90% der Aktionäre verkauft haben, geht der Titel von der Börse.
Werkschließung in Schweden
Austria Tabak schließt sein mit dem Kauf von Swedish Match erworbenes Werk im schwedischen Malmö. Im Sommer 1999 war angekündigt worden, man müsse wegen der fortschreitenden Rationalisierung in der Tabakwirtschaft eine von vier Zigarettenfabriken stilllegen. Von der Schließung bis Ende 2002 sind rund 350 Arbeitnehmer betroffen. Mit den schwedischen Interessenvertretern ist ein Sozialplan ausverhandelt und verabschiedet worden.
Betroffen ist nur der Produktionsbereich; Marketing und Verkauf laufen weiter.
Gallaher hat für Österreich die Sicherung des Standortes und die Beibehaltung des Firmennamens garantiert.

