120 Milliarden Schilling für Buenos Aires

Bisher haben IWF und Weltbank dem mit 128 Milliarden Dollar verschuldeten Land Hilfskredite in der Höhe von zusammen rund 40 Milliarden Dollar zugesagt. Die Regierung unter Präsident Fernando de la Rua versucht mit einem drastischen Sparprogramm, wieder finanziellen Handlungsspielraum zu gewinnen.
Mit sichtbarer Erleichterung hat der argentinische Präsident Fernando de la Rua auf die Ankündigung eines weiteren Milliardenkredits durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) reagiert. Dieser Verhandlungserfolg "entspannt die Lage und beseitigt die Unsicherheit" hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit Argentiniens, betonte der Staatschef am Dienstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Buenos Aires.
Zuvor hatte IWF-Direktor Horst Köhler in Washington mitteilen lassen, er werde die Bereitstellung eines zusätzlichen Kredits von acht Milliarden Dollar (8,76 Mrd. Euro/120,6 Mrd. S) empfehlen. Damit würden die IWF-Kredite, die für das hochverschuldete Land vorgesehen sind, auf 22 Milliarden Dollar steigen. Die zusätzlichen Mittel sind für die Erhöhung der Devisenreserven der Zentralbank vorgesehen, die wegen der Kapitalflucht gefährlich abgeschmolzen waren. In argentinischen Medien war über eine Finanzspritze des IWF von bis zu 15 Milliarden Dollar (16,4 Mrd. Euro/226 Mrd. S) spekuliert worden. Volkswirte hatten jedoch nur mit Kreditzusagen von sechs bis neun Milliarden Dollar gerechnet.
Für Weltbank und IWF ist das Hauptziel, das von der argentinischen Regierung eingeleitete Programm an Wirtschaftsreformen zu stärken.
Die führenden sieben Industriestaaten der Welt (G-7) hatten sich erst vor Tagen zuversichtlich geäußert, dass eine Übereinkunft zu Stande kommen werde. Diese werde die Wirtschaft Argentiniens zu einer nachhaltigen Entwicklung führen. Die G-7 bestehen aus den USA, Japan, Kanada, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Italien.
Eine Zahlungsunfähigkeit des Landes sowie eine Abwertung des argentinischen Peso, der derzeit an den Dollar gekoppelt ist, ist damit vorerst abgewendet.

