Ferrari-Doppelsieg in Budapest: Barrichello vor Schumi
- Souveräner Start-Ziel-Sieg des Brasilianers
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·Rennen 2002
So fuhr Barrichello zum Sieg in Ungarn
·Das Resultat
Großer Preis von Ungarn 2002
·WM-Endstand
Schumi zwei Punkte vor Räikkönen!
·Echt knifflig
Wie viel wissen Sie über Schumi & Co?
Mit einem für die Konkurrenz fast schon peinlichen "Schaulaufen" hat sich Ferrari am Sonntag im GP von Ungarn nicht nur den sechsten Doppelsieg der Saison, sondern - vorzeitig - zum bereits zwölften Mal auch den Konstrukteurstitel in der Formel-1-WM gesichert. Der Sieg ging wie erwartet an Rubens Barrichello vor Michael Schumacher, weil der Weltmeister wie versprochen seinen brasilianischen Teamkollegen durch sehr zurückhalternde Fahrweise im Kampf um Platz zwei in der Fahrer-Wertung unterstützte. Platz drei ging an Ralf Schumacher im Williams-BMW.
Nach einem gelungenen Start, bei dem sich Michael Schumacher dank der Zurückhaltung seines Bruders Ralf Platz zwei hinter Barrichello sicherte, flogen die beiden überlegenen Ferrari dem Feld davon und degradierten in der Folge die übrigen Teilnehmer zu Statisten. Beide Ferraris funktionierten problemlos und weil auch bei beiden Boxenstopps nichts "schief" ging, konnte Pole-Position-Mann Barrichello seinen zweiten Saisonsieg - den dritten insgesamt - problemlos nach Hause fahren. Michael Schumacher verzichtete in Ungarn auf den "Weltrekord" von zehn Saisonsiegen, dafür hat er aber ja noch vier Rennen Zeit.
Zurückhaltender Schumacher
Schumacher machte vor 80.000 Zuschauern auf dem Hungaroring keinen einzigen ernsthaften Versuch, seinen Teamkollegen zu attackieren. Obwohl er deutlich schneller fahren hätte können als Rubens, doch der Dank für das umstrittene Tauschmanöver in Österreich war offensichtlich. Im Finish demonstrierte der fünffache Champion seine Überlegenheit, als er sich immer wieder zurückfallen ließ um anschließend Rekordrunden zu fahren.
Die schnellste Rennrunde knallte er in 1:16,207 Min. in der 72. Runde auf die Bahn. Am Ende fuhr der Deutsche 0,4 Sekunden hinter Barrichello, der vier Rennen vor WM-Schluss mit 45 Punkten nun Zweiter hinter Schumacher (112) ist, über die Ziellinie. Juan Pablo Montoya wurde nur Elfter und ist in der WM nun gleichauf mit Ralf Schumacher (je 40) Dritter. "Ein toller Tag. Wir hatten keine unmittelbaren Stallorder, aber wir wollten einen Doppelsieg nach Hause fahren", versicherte Barrichello nach dem dritten GP-Sieg im 158. Rennen.
"Wollte gar nicht überholen"
"Es war ein wunderbarer Abschluss, speziell weil wir nun auch die Konstrukteurs-Meisterschaft in der Tasche haben", sagte Michael Schumacher und sprach weiters von einem "interessanten" Nachmittag. "Auch wenn ich die ganze Zeit nur an Rubens Auspuff geschnüffelt habe. Aber Vorbeifahren war nicht drin, dazu war der Abstand zu gering", meinte Schumacher etwas treuherzig. Er gab dann aber doch zu: "Ich bin hinter Rubens geblieben und wir sind das Rennen gefahren wie ausgemacht. Ich wollte gar nicht überholen, ich wollte nur ein bisschen Spaß haben."
Was die Ferrari-Triumphatoren nicht sagen wollten, fasst Ralf Schumacher in seinem etwas ironischen Resümee so zusammen. "Mir war etwas fad da hinten. Aber immerhin bin ich Erster der B-Wertung."
Nach dem sechsten Doppelsieg dieser Saison ist Ferrari zum bereits zwölften Mal Konstrukteurs-Champion seit 1961, das ist noch keinem anderen Rennstall gelungen. Williams holte bisher neun, McLaren acht Team-Titel.
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