Freitag, 24. August 2001

Real will Titelverteidigung zum Jubiläum

Der Fußball-Wahnsinn hat einen Namen: Real Madrid. Mit der Verpflichtung von Zinedine Zidane hat der Titelverteidiger wieder alle Rekorde gesprengt. Rund eine Milliarde Schilling haben die Spanier auf den Tisch gelegt, um den französichen Welt- und Europameister von Juventus Turin loszueisen.

Eine Woche vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich in Valencia startet Spaniens Fußball seine Meisterschaft. Mit einem klaren Favoriten, der Real Madrid heißt. Die Verpflichtung von Zinedine Zidane (Juventus) um die Transfer-Weltrekordsumme von umgerechnet rund einer Milliarde Schilling hat die Erwartungen der zahlreichen Aficionados des weißen Balletts ins Unermeßliche gesteigert. Hatte Real doch schon ohne den französischen Wunderkicker in der vergangenen Saison in der derzeit wohl stärksten Liga der Welt seinen insgesamt 28. Meistertitel geholt.

Eine Mannschaft für die Ewigkeit
Bei Namen wie Luis Figo, der mit rund 900 Millionen vor Zidane die Spielerpreisliste angeführt hatte, Raul, Roberto Carlos, Morientes oder eben Zidane läuft jedem Fußball-Interessierten das Wasser im Mund zusammen. Spielen diese begnadeten Ballartisten allerdings einer Mannschaft, dann stellt sich die Frage, wer sich den "Königlichen" in den Weg stellen soll. Im Jahr des 100-jährigen Vereins-Jubiläums ist daher Real besonders scharf auf Titel. Den ersten hat man in dieser Saison mit dem Gewinn des Supercups (1:1 und 3:0 gegen Cupsieger Saragossa, wobei Raul in 17 Minuten einen lupenreinen Hattrick zauberte) schon geholt, der 29. Meistertitel, der Pokalsieg und vor allem die Champions League sollen folgen.

Auftakt in Valencia
Noch läuft zwar nicht alles, so ist Zidane noch nicht optimal in die Mannschaft integriert, doch Vicente del Bosque beruhigt. "Wir brauchen nicht nervös zu werden, vor einem Jahr spielten wir schlechter als jetzt und später spielten wir brillanten Fußball und gewannen den Titel", meinte der Trainer lakonisch. Gleich zum Meisterschaftsauftakt mit dem Duell in Valencia am Samstag (21:30) hat Real eine schwere Aufgabe zu bewältigen. Da wird es Pfiffe für Raul geben, erst eine Woche später darf dem Torjäger zugejubelt werden.

Auch Barca hat investiert
Nach der enttäuschenden Vorstellung in der vergangenen Saison hat der FC Barcelona in dieser einiges gutzumachen. Nicht nur national, sondern auch international. Die Katalanen gaben umgerechnet an die 1,2 Milliarden Schilling für sechs neue Spieler aus, vom teuersten, dem argentinischen Stürmer Javier Saviola (424 Mill. S), erwartet sich Barca besonders viel. Der Schwede Patrick Andersson, der von den Münchner Bayern um 101 Millionen abgegeben wurde, soll die Abwehr stabilisieren.

Andere wollen auch mitmischen
In den Zweikampf der zwei Glamourklubs wollen natürlich auch Vizemeister Deportivo La Coruna und der Vorjahresdritte Mallorca (nunmehr mit Trainer Bernd Krauss) eingreifen. Für die Elf aus Valencia spricht, dass sie im Gegensatz zu den anderen ohne Champions League-Belastung spielen kann. Von den anderen Vereinen sollte eventuell Celta Vigo (mit der kroatischen Neuerwerbung Zvonimir Boban) im Vorderfeld mitmischen. Überraschen könnten aber auch andere, wie z.B. 1998 Athletic Bilbao mit traditionell ausschließlich baskischen Spielern und Rang zwei, was die extremen Transferbemühungen der anderen wohl etwas relativiert.

Keine Österreicher
Die drei Absteiger Oviedo, Santander und Numancia wurden durch den FC Sevilla, Betis Sevilla und Teneriffa ersetzt. Nach Atletico Madrid (einst unter Max Merkel Meister, Cupsieger und Liga-Pokalgewinner) sucht man vergebens. Der Klub schaffte den Aufstieg in die Primera Division nicht. Österreicher findet man übrigens ebenfalls keinen in Spaniens Fußball.

Das Programm der 1. Runde:
Samstag:
Valencia - Real Madrid

Sonntag:
Deportivo - Valladolid
Osasuna - Celta
Real Sociedad - Athletic Bilbao
Teneriffa - Alaves
Espanyol - Saragossa
Mallora - Las Palmas
Malaga - Betis
Rayo Vallecano - Villarreal
Sevilla - Barcelona

24.8.2001 13:55