Mittwoch, 22. August 2001

Manninger hofft auf Einsätze

Am Wochenende erfolgt in Italien der Anpfiff zur Fußball-Serie A. Auch ein Österreicher ist mit dabei: Alexander Manninger, der während der Sommerpause leihweise vorerst für eine Saison mit einer Kaufoption (64 Mio. S) von Arsenal London zu AC Fiorentina wechselte, setzt die Tradition der ÖFB-Legionäre fort.

Damit steht er in einer Reihe mit Herbert Prohaska, Walter Schachner, Toni Polster, Michael Konsel oder Robert Ibertsberger und vielen anderen. Die Violetten aus Florenz starten am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger Chievo Verona.

Kampf ums Einser-Leiberl
Der Saisonauftakt geht wahrscheinlich ohne Manninger über die Bühne. Der Salzburger hatte auch am vergangenen Sonntag im Supercup gegen Meister AS Roma (1:3-Niederlage) Guiseppe Taglialatela den Vortritt lassen müssen. Seit seiner Verpflichtung hatte Manninger noch keinen Einsatz über 90 Minuten, in den Testspielen gegen Leicester City und Tottenham Hotspur spielte er jeweils eine Hälfte. "Aber ich weiß genau, dass meine Zeit früher oder später kommen wird", ist der Tormann überzeugt.

Gleiche Chancen
"Ich habe keinen David Seaman mehr vor mir. Nun bin ich meinem Ziel, fix zu spielen, einen Schritt näher gekommen", so Manninger, für den mit dem Wechsel ein Wunschtraum in Erfüllung gegangen ist. Nach dem Abgang von Toldo, der zu Inter Mailand übersiedelte, sei in Florenz ein Loch entstanden, in dem er seine große Chance wittert. Vor Saison-Beginn hatte Trainer Roberto Mancini verkündet, dass seine Torleute gleichen Chancen hätten.

Dass momentan Taglialatela noch die besseren Karte besitzt, führt Manninger auch auf den Umstand zurück, dass wegen der Teamverpflichtungen zu oft fehlt. "Nach dem Schweiz-Spiel werde ich auch für zehn Tage wegen der Partien in Spanien und gegen Bosnien nicht hier sein. Dass ist etwas hinderlich für meine Ambitionen", glaubt der 24-Jährige. Als seinen richtigen Start betrachtet er den 6. September, wenn er vom ÖFB-Team zurückkehren. "Erst dann kann kontinuierlich mit der Mannschaft trainieren."

Fiorentina in Verfolgergruppe
Der Salzburger machte sich via Fernsehen, das viele Testspiele überträgt, ein Bild von der Konkurrenz. Zu den ersten Favoriten auf den "scudetto" stuft er Titelverteidiger AS Roma, AC Milan, Inter Mailand, Juventus Turin und eventuell Lazio Rom ein. "Dahinter kommt dann eine Gruppe, zu der auch wir gehören. Unser Ziel ist ein internationaler Startplatz", sagte Manninger, der in Florenz die Rückennummer 30 erhalten hat und laut "Gazzetta dello Sport" ein Jahresnettogehalt von umgerechnet 2,84 Mill. S (206.583 Euro) kasieren soll.

"Trap" sieht viele Favoriten
Giovanni Trapattoni erwartet eine spannende, attraktive Meisterschaft mit vielen Überraschungen und eine Menge Tore. Der italienische Teamchef schätzt Roma, Inter, Milan und Juve am höchsten ein. "AS Roma war im Supercup großartig, sie ist kompakt und in jeder Formation sehr stark. Juve präsentierte sich in den Testspielen von der besten Seite, machte mächtig Eindruck. Inter wir die Überraschung sein und mit Milan muss man auch immer rechen".

Erste Runde Serie A:
Samstag:
FC Bologna - Atalanta Bergamo
Sonntag:
AC Fiorentina - Chievo Verona
Brescia - AC Milan
Inter Mailand - Perugia
Juventus Turin - Venezia
Lazio Rom - Piacenza
Lecce - AC Parma
Udinese - AC Torino
Hellas Verona - AS Roma

22.8.2001 11:49