2002 soll es in Linz zum Duell mit Mutola kommen

Vizeweltmeisterin Stephanie Graf hat am Montagabend mit dem dritten 800-m-Triumph in Serie für den Höhepunkt des 14. Leichtathletik-Grand-Prix-Meetings in Linz gesorgt. Als die 28-jährige Kärntnerin zum krönenden Abschluss in 1:58,86 Minuten siegte, waren die 14.000 Zuschauer im Stadion derart aus dem Häuschen, dass die Gugl förmlich bebte.
Und nach ihrem Erfolg stürmten die Fans aufs Innenfeld, um von Österreichs bester Athletin der Geschichte ein Autogramm zu ergattern.
"Eine 3/4 Stunde habe ich Autogramme geschrieben", erzählte Graf am Dienstag. "Dass die Zuschauer so ein Spektakel veranstaltet haben, freut mich total. Das war das Größte für mich, dass ich so etwas erleben durfte." Doch bei der 15. Auflage, die am 19. August 2002 in Szene gehen wird, will Meeting-Direktor Percy Hirsch "noch ein Schäuferl nachlegen" und die Gugl endgültig zum Überkochen bringen. "Wir planen, dass Graf zu unserem 15-jährigen Jubiläum gegen Olympiasiegerin Maria Mutola läuft."
Müde Athleten
So sehr das Publikum von Grafs Leistung angetan war, international bekamen es von den nach den VIII. Weltmeisterschaften in Edmonton sichtlich müden Aktiven keine Glanzleistungen geboten. Am Ende stand unterm Strich nur ein Meeting-Rekord über die Meile, die der Kenianer Isaac Songok in 3:54,56 Minuten gewann, dabei jedoch fast zehn Sekunden über der Jahresweltbestzeit von Marokkos Mittelstrecken-König Hicham El Guerrouj (3:44,95) blieb. "Man hat deutlich gesehen, dass nach der WM bei den Meisten die Luft draußen ist", lautete der treffende Kommentar von Österreichs Top-Manager Robert Wagner.
Geht Grand Prix-Status verloren?
2002 soll auf der Gugl aber auch international wieder ein Feuerwerk abgebrannt werden. "Denn da haben die europäischen Athleten nach der EM in München nicht mit der Zeitverschiebung zu kämpfen, und jene aus Übersee sind auf Grund des fehlenden Großereignisses voll im Grand-Prix-Zirkus engagiert", betont Hirsch, der ab dem Jahr 2003 um den GP-Status seiner Veranstaltung bangen muss. In zwei Jahren sollen nach den derzeitigen Plänen des Weltverbandes (IAAF) neben fünf großen Golden-League-Veranstaltungen nur mehr rund 15 Grand-Prix-Meetings ohne weitere Abstufung stattfinden.
Zukunft ist nicht rosig
Während Hirsch in diesem Zusammenhang nur von "gewissen Gerüchten" spricht, ist Wagner überzeugt, dass es durch den Wegfall der Kategorie II für Linz sehr hart werden wird, weiter im offiziellen IAAF-Kalender aufzuscheinen. "Der Weltverband will ja eine weltumspannende Serie, damit haben Rio, Johannesburg, Doha, Japan und Melbourne ihren GP-Status fix. Für Europa bleiben also inklusive Golden League zehn bis zwölf Veranstaltungen. Und mit Zürich, Monte Carlo, Berlin, Brüssel, Rom, Paris, Oslo, Lausanne, Stockholm und London sind zehn Standorte fix vergeben", prophezeit Insider Wagner Linz eine nicht gerade rosige Zukunft.
Spezielle Serie gründen
Der Oberösterreich hat jedoch schon eine Lösung für die Gugl-Veranstalter für den Fall der Fälle parat. "Falls Linz den GP-Status verlieren sollten, muss ein Zusammenschluss mit anderen Meetings, die ebenfalls auf der Strecke bleiben, vollzogen und eine spezielle Serie gegründet werden, um so weiterhin Top-Athleten auf die Gugl zu locken."
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