Gefangene bei guter Gesundheit

Erstmals seit ihrer Festnahme in Afghanistan vor drei Wochen haben acht ausländische Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Shelter Now" heute Besuch internationaler Vertreter erhalten. Die Gefangenen seien bei guter Verfassung hieß es.
Eine Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) fand die Inhaftierten bei guter Gesundheit, verlautete aus dem Außenministerium der in Afghanistan herrschenden Taliban. Von Seiten des IKRK selbst lag bis Sonntag nachmittag keine Stellungnahme über den Gesundheitszustand vor.
Den vier deutschen, zwei amerikanischen und zwei australischen Helfern wird wie 16 einheimischen "Shelter"-Mitarbeitern christliche Missionierung vorgeworfen, die nach der strikten Taliban-auslegung des isslamischen Rechts unter Todesstrafe steht.
Wie aus dem Taliban-Außenministerium weiter verlautete, hätten die "Shelter"-Mitarbeiter den Rot-Kreuz-Vertretern gesagt, dass sie in der Gefangenschaft im Wesentlichen mit keinen Problemen konfrontiert seien. Ihre Hauptsorge sei die andauernde Haft an sich. Sie hätten auf eine schnelle Entscheidung über ihr weiteres Schicksal gedrungen, hieß es. Die IKRK-Delegation wurde bei ihrem Besuch der Gefangenen von einem Beamten des Taliban-Ministeriums begleitet.
Diplomaten aus Deutschland, USA und Australien war in der vergangenen Woche der Kontakt zu den Gefangenen in Kabul verweigert worden. Zur Begründung hieß es, die Ermittlungen dauerten an. Inzwischen wollen die Taliban den Diplomaten nun doch einen Besuch erlauben, da das "erste Stadium" der Untersuchungen nun zu Ende gehe. Die Taliban-Botschaft in der pakistansichen Hauptstadt Islamabad werde am Montag die Visa für die Reise nach Kabul erteilen, hieß es.
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