Donnerstag, 23. August 2001

Schüssel und Riess-Passer gelten als ehrgeizig

Eines ist den Spitzenpolitikern in den Augen der Österreicher gemeinsam: "Ehrgeizig sind sie alle." In anderen Details gibt es aber erhebliche Unterschiede. Schüssel wird große Selbstbeherrschung zugeschrieben, Riess-Passer hingegen ein fester Wille. SPÖ-Chef Gusenbauer gilt als kühl, der Grüne Van der Bellen als warmherzig.

Das fand das Linzer Meinungsforschungsinstitut "market" bei einer Umfrage heraus, die Ende Juli/Anfang August bei 500 für die Gesamtbevölkerung repräsentativ ausgewählten Personen durchgeführt wurde. Dabei ging es um das Image der Parteispitzen von ÖVP, FPÖ, SPÖ und Grünen. Sowohl bei Kanzler und ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel als auch Vizekanzlerin und FPö-Chefin Susanne Riess-Passer rangierte in den Augen der Befragten der Ehrgeiz an oberster Stelle.

Doch darüber hinaus fielen die Urteile sehr unterschiedlich aus: Während Schüssel große Selbstbeherrschung, politische Vorsicht und auch eine bedächtig abwägenden Haltung zugeordnet wurden, attestierten die Befragten Riess-Passer vor allem Führungskraft, einen überaus festen Willen und beachtliche Entschlussfreudigkeit.

Gusenbauer gilt als kühl, Van der Bellen als warmherzig
Auch in der Einschätzung der Oppositionspolitiker Alfred Gusenbauer und Alexander Van der Bellen waren sich die Befragten einig, indem sie beiden zu allererst Ehrgeiz zuschrieben. Gusenbauer wurde jedoch in weiterer Folge als der eher robuste, unempfindliche, energische und kühlere Politiker gesehen. Van der Bellen hingegen gilt vergleichweise als der warmherzigere, charmantere, tolerantere und sogar als der sozialere. "Entschlusskraft ist von beiden keine sonderliche Stärke", fanden die Meinungsforscher zudem heraus.

23.8.2001 11:22