"Schlimmsten Gräueltaten" in Europa seit II. Weltkrieg

Mehr als 6 Jahre nach dem Massaker in der Ex-UNO-Schutzzone Srebrenica in Bosnien-Herzegowina sind in einem Massengrab die Überreste von mehr als 200 bosnischen Moslems exhumiert worden. Etwa 205 Leichen wurden in den letzten Wochen in dem Dorf Ravnice nahe Srebrenica geborgen.
Zwischen 7.000 und 8.000 Moslems wurden nach Schätzungen getötet, nachdem die bosnisch-serbischen Streitkräfte im Juli 1995 die moslemische Enklave erobert hatten.
Nach Einschätzung der UNO handelte es sich bei den Geschehnissen in Srebrenica 1995 um die "schlimmsten Gräueltaten" in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Bereits zu Beginn des Kriegs in Bosnien belagerten bosnisch-serbische Truppen den Ort im Nordosten Bosniens. In der Region um Srebrenica drängten sich auf einer Fläche von 148 Quadratkilometern mehr als 40.000 Menschen, unter ihnen 20.000 Flüchtlinge. Seit Kriegsende haben Gerichtsmediziner des Haager Tribunals mehrere Massengräber exhumiert und die sterblichen Überreste von 2.000 Menschen gefunden, die mutmaßlich Opfer der Serben wurden. Mehr als 7.000 Moslems werden nach Angaben des Internationalen Komitees vom Rotem Kreuz (IKRK) noch vermisst und gelten als getötet.
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