Waffenruhe gebrochen: Schusswechsel bei Tetovo

Der Marschbefehl für den Mazedonien-Einsatz der NATO wird möglicherweise an diesem Dienstag erteilt. Dann wollen die Botschafter der 19 Bündnisstaaten zusammentreffen, um auf der Grundlage eines Berichts des NATO-Oberbefehlshabers für Europa, Joseph W. Ralston, über die geplante Operation "Essential Harvest" (Bedeutende Ernte) zu beraten.
Die mazedonische Armee soll nach einem Befehl von Präsident Boris Trajkovski mit einem Truppenrückzug zur Deeskalation vor einem geplanten NATO-Einsatz in dem Land beitragen. Das Verteidigungsministerium teilte am Montag in Skopje mit, in den Kampfgebieten gelte ab sofort eine Flugverbotszone, außerdem würden schwere Waffen aus dem Gebiet abgezogen. Mit dem Schritt soll dem NATO-Einsatz zur Entwaffnung albanischer Rebellen der Weg bereitet werden.
Ralston ist am Montag in Skopje eingetroffen. Bei einem mehrstündigen Besuch wollte er sich selbst ein Bild von dem Konflikt in Mazedonien machen. Von seinen Erkenntnissen hängt die Entscheidung des NATO-Rats über den geplanten Einsatz zur Entwaffnung der Albanerrebellen in dem Balkanstaat ab.
400-Mann-Vorhut bereits am Wochenende eingetroffen
Am Wochenende war bereits eine mehr als 400 Mann starke Vorhut in dem Balkanstaat eingetroffen, um mit den Vorbereitungen für die Entwaffnungsmission zu beginnen. Voraussetzung für den NATO-Einsatz ist ein dauerhafter Waffenstillstand zwischen den Albanerrebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" UCK und den mazedonischen Regierungstruppen.
Noch vor einer Entscheidung über den Beginn des NATO-Einsatzes verstärken die NATO-Länder allerdings das Vorauskommando in Mazedonien weiter. Am Montag sollten acht weitere Flugzeuge Soldaten aus Großbritannien und Italien nach Skopje bringen, sagte NATO-Sprecher Major Barry Johnson am Montag in Skopje. Im Rahmen der geplanten Militäroperation sollen letztlich insgesamt 3.500 NATO-Soldaten innerhalb von 30 Tagen die Waffen der UCK-Rebellen einsammeln.
Waffenruhe erneut gebrochen
Das NATO-Vorauskommando prüft in Mazedonien auch die Einhaltung des Waffenstillstandes durch beide Seiten - eine Voraussetzung für den Beginn des Einsatzes. Unmittelbar vor dem Beginn der Sondierungsmission von Ralston ist die Waffenruhe aber erneut gebrochen worden. In der Nacht zum Montag gab es Schusswechsel zwischen albanischen Rebellen und Regierungstruppen bei Tetovo; ein Rebellenkommandeur sprach von einem intensiven Gefecht. NATO-Sprecher Peter Altmannsperger bezeichnete die Situation insgesamt als angespannt. Er sagte im ZDF-Morgenmagazin, niemand könne garantieren, dass die UCK-Rebellen tatsächlich alle Waffen abgeben würden. Die Entscheidung, ob die Waffenruhe als dauerhaft bezeichnet werden könne, falle auf politischer Ebene.
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