Auch Schwiegertochter und Enkel kamen aus Belgrad

Der als Kriegsverbrecher angeklagte frühere jugoslawische Präsident Slobodan Milosevic hat zu seinem 60. Geburtstag am Montag Besuch von seiner Frau im Gefängnis erhalten. Mira Markovic konnte ihren Mann dabei erstmals seit seiner Auslieferung aus Belgrad Ende Juni wieder berühren.
Bei einem früheren Besuch Mitte Juli hatte eine Glaswand jeden direkten Kontakt zwischen beiden unmöglich gemacht.
"Es war ein ganz normaler Besuch", meinte der Sprecher. Ein Vertreter des Tribunals überwachte die Begegnung. Zusammen mit der Ehefrau waren auch Schwiegertochter Milica Gajic und der zwei Jahre alte Enkelsohn Marko Milosevic aus Belgrad gekommen. Ob sie dem Angeklagten Geschenke mitbrachten, wurde nicht gesagt. Geschenke seien zulässig, würden aber genau überprüft, bevor sie überreicht würden, hieß es beim Tribunal lediglich.
Die Besucher aus Jugoslawien waren am Samstag mit einem bis Montagabend begrenzten Visum nach Den Haag gekommen. Die niederländische Regierung hatte das Visum erneut als Ausnahme vom generellen EU-Reiseverbot für Mitglieder der Familie Milosevic gewährt.
Das Außenministerium in Den Haag hat darauf hingewiesen, dass die EU weiter wirtschaftliche Sanktionen gegen Milosevic unterhalte. Danach seien geschäftliche Beziehungen mit ihm oder seiner Familie untersagt. Dies gelte auch für das Vermieten oder Verkaufen eines Hauses. Nach Berichten jugoslawischer Medien hatte die Frau des Gefangenen in der Nähe des Den Haager Gefängnisses ein Haus erwerben wollen.
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