Donnerstag, 16. August 2001

USA: Baby-Name wird an Meistbietenden versteigert!

Nemax, Bavaria, Sunil oder Ariel Color? Wie soll der Sprössling heißen? Immer mehr Deutsche geben ihren Kindern exotische Namen. Der Trend kommt aus den USA, wo viele ihre Kinder so zu einmaligen Menschen machen wollen. Skurril: In Amerika taufen Eltern ihren Nachwuchs nach dem meistbietenden Sponsor!

Das Geld, das das "Sponsoring" bringt, soll der Familie ein neues Zuhause finanzieren. Der Sohn der Familie Black ist schon geboren - aber es hat noch immer keine Firma Interesse gezeigt, dem Kind ihren Stempel aufzudrücken und den Eltern dafür fast 8 Millionen Schilling zu bezahlen. Unabhängig davon werden auch in Deutschland neue Namenskreationen beliebter. Cosma Shiva Hagen - die Tochter der Rockröhre Nina Hagen - war nur der Anfang. Pumuckl und Jesus gibt es schon, Borussia, auch wenn in anderen Kulturen möglich, klingt in Deutschland zu stark nach Fußball-Verein.

Namensberaterin
Gabriele Rodriguez von der Universität Leipzig bekommt als Namensberaterin Anrufe von Eltern, Standesbeamten und Firmen. Sie muss in jedem Fall entscheiden, ob ein Namenswunsch zulässig ist oder nicht. Dabei stellt sie zwei Bedingungen: Der Name muss eindeutig als Vorname erkennbar sein und darf keinen Anlass zum Spott geben. Judas ist daher als Verräter-Name tabu. Auch der Indianername "Crazy Horse" macht den Lebensweg nicht leichter.

Auch Kombination wichtig
Nicht nur der Vorname allein ist entscheidend. Wenig Dank schuldet ein Kind seinen Eltern, wenn es "Hans Wurst" oder "Claire Grube" heißt, auch wenn die Vornamen weit verbreitet sind.

Gesetzes-Spielraum
Die deutschen Namens-Gesetze sind liberal. Nur die Benennung nach einem Produkt aus dem Handel ist verboten. Porsche oder Lenor darf in Deutschland kein Kind heißen. Warum Sunil erlaubt ist, ist schwer zu sagen. Mercedes dürfen Mädchen genannt werden, denn hier ist das Auto nach der Tochter des Erfinders benannt worden.

16.8.2001 19:14