Dienstag, 14. August 2001

SPEZIAL: 40 Jahre Berliner Mauer

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten". Das erklärte der damalige DDR-Staatschef Walter Ulbricht im Juni 1961. Doch zwei Monate später wurde der Grundstein bereits gelegt. Vor 40 Jahren begann der Bau der Berliner Mauer.

Am 13. August 1961 heulen um Mitternacht die Alarmsirenen in den Kasernen der DDR-Armee. Tausende Soldaten, Polizisten und Stasi-Angehörige rücken aus und errichten Stacheldrahtzäune und Panzersperren an der Grenze des sowjetischen Sektors in Berlin. Schon bei Sonnenaufgang sind die meisten Grenzübergänge zu, der Weg Richtung Westen ist versperrt. Wenige Tage später wird damit begonnen, den Stacheldraht durch eine Mauer zu ersetzen.

Millionen flohen vor der Not in der DDR: Das sollte die Mauer verhindern
Offiziell war vom "antifaschistischen Schutzwall" die Rede, der die "feindliche Tätigkeit" Westdeutschlands unterbinden sollte. Doch das war reine Propaganda. Tatsächlich ging es darum, die massenhafte Flucht von Arbeitskräften in den Westen zu unterbinden. Von der Gründung der DDR 1949 bis zum Bau der Berliner Mauer sind schätzungsweise bis zu drei Millionen Menschen in den Westen geflohen. Alleine im Juli 1961 waren 30.000 DDR-Bürger in Westberlin eingetroffen. Damit war nach dem 13. August Schluss.

US-Präsident John F. Kennedy: "Besser als ein Krieg"
Die Westmächte reagierten schwach: US-Präsident John F. Kennedy soll angeblich sogar mit Erleichterung auf die Nachricht vom Mauerbau reagiert haben. "Keine besonders angenehme Lösung, aber eine Mauer ist verdammt noch mal besser als ein Krieg", soll er in vertraulicher Runde gesagt haben.

254 Tote an der Mauer. Sie war mehr als 100 km lang
Je länger die Mauer stand, desto unüberwindlicher wurde sie. Sie wurde ständig ausgebaut, am Ende war sie mehr als 100 km lang und vier Meter hoch. Die Grenzanlagen wurden rund um die Uhr massiv bewacht. Auf über 300 Beobachtungstürmen waren bewaffnete Soldaten postiert und suchten nach "Grenzverletzern". Die Wächter hatten die Weisung, jeden potenziellen Flüchtling "wenn erforderlich durch Anwendung der Waffe zur Ordnung zu rufen". Konsequenz: 254 Tote alleine an der Berliner Mauer, bis zu 1.000 Opfer insgesamt durch Fluchtversuche aus der DDR.

14.8.2001 08:51
GUSTO-Rezeptsammlung