Australische und US-Weine erobern den Weltmarkt

Den erfolgsverwöhnten Winzern in Frankreich macht die Konkurrenz aus Übersee zu schaffen. "Die Barbaren stehen vor unseren Toren", schlägt eine Studie für das Pariser Landwirtschaftsministerium Alarm.
Weine aus Australien, Neuseeland, Südamerika, USA und Südafrika haben binnen zwei Jahrzehnten fast aus dem Nichts einen Weltmarktanteil von 20 Prozent erobert.
Weinflut aus der Neuen Welt
"Wird die Flut der Weine aus der Neuen Welt die Weinindustrie des alten Kontinents versenken?", fragt der Autor der Untersuchung, Jacques Berthomeau, besorgt. Denis Verdier, Präsident der französischen Weingenossenschaften, verweist auf die unterschiedlichen Produktionskulturen. Während in Frankreich Familienbetriebe dominierten, bei denen das Wissen von Vater zum Sohn weitergeben werde, gebe es in der Neuen Welt häufig industriell geführte Großbetriebe.
Noch halten Frankreich, Italien und Spanien 60 Prozent des Weltmarkts. Doch ein weiteres deutliches Warnsignal kommt aus Großbritannien, wo die australischen Weine inzwischen beliebter sind als die französischen Tropfen. Auch in Deutschland sank deren Marktanteil von 1998 bis 2000 von 27 auf 24 Prozent. Besonders die preiswerten Tafelweine aus dem Süden Frankreichs haben unter der Konkurrenz zu leiden.
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