Kräftige Gehaltserhöhung für die Personalvertreter

Die obersten Personalvertreter der Post AG gönnen sich rückwirkend mit Jahresbeginn eine Gehaltserhöhung. Gewerkschaftschef Hans Georg Dörfler etwa soll nach der neuen Regelung künftig knapp 100.000 S brutto verdienen, bisher seien es rund 80.000 S gewesen.
Dörfler-Stellvertreter Manfred Wiedner (V) erläutert in der Samstagausgabe des Kurier, dass die frei gestellten Personalvertreter früher abhängig von ihren bisherigen Posten bezahlt worden sind. Nun sind in der Postzentrale für die elf Mitglieder des Zentralvorstandes elf eigene Posten eingerichtet worden. "Das verschafft eine bessere Kostenübersicht", so Wiedner.
Für ihn persönlich wirkt sich das derzeit mit einem Plus von 3.000 S brutto pro Monat aus, so Wiedner. In der "Langzeitrechnung" macht er in eineinhalb Jahren allerdings einen "schönen Sprung": Derzeit verdiene er 27.000 netto, dann werden es rund 60.000 S brutto sein. Der zweite Stellvertreter Dörflers, Herbert Podany (S), bestätigte einen Gehaltssprung von 69.000 S auf mehr als 87.000 S.
Seitens der Post AG hieß es, lediglich, "das ist eine interne Angelegenheit. Daher gibt es keinen Kommentar."
Finz verteidigt Postämterschließung
Währenddessen verteidigt Finanzstaatssekretär Alfred Finz die Schließungspläne der Post, die bis Mitte 2002 rund ein Drittel der 2.300 Postämter zusperren möchte. Es gibt eine Unzahl von "Minipostämtern" mit nicht einmal zehn Prozent Deckungsbeitrag.
"Wenn die Post etwas schließt, dann sind Ersatzdienste aufzubauen", so Finz und meint etwa "Postagenturen" bei Trafikanten. Diesbezüglich seien "unbedingt" Gespräche mit den Bürgermeistern und der Wirtschaft zu führen.
"Serienkündigungen" dürfe es vor allem am Land "wo keine anderen Arbeitsplätze vorhanden sind" nicht geben, betonte Finz. Sollte die natürliche Personalfluktuation von schätzungsweise drei Prozent nicht ausreichen, um den angestrebten Personalabbau zu bewältigen (bis 2004 sollen 6.000 der bisher 31.000 Mitarbeiter, also rund 20 Prozent, gehen) seien jedenfalls einvernehmliche Lösungen mit der Gewerkschaft zu finden, fordert Finz.
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