Freitag, 17. August 2001

Kommerzielle Angebote wollen dominieren

Das Internet nach Napster: Die Unterhaltungskonzerne Vivendi Universal und Sony wollen nach monate dauerndem Warten ihre gemeinsame Musikplattform "pressplay" in etwa einem Monat starten. Die drei anderen großen Plattenfirmen - BMG, EMI und Warner Music - wollen mit ihrer gemeinsamen Plattform "Musicnet" bald nachziehen.

Die Internetseite "pressplay" basiert auf einem Abonnement-Modell, mit dem Musiktitel aus dem Internet heruntergeladen oder auch online angehört werden können. "Wir wollen damit Vorreiter sein auf dem Weg zur digitalen Lieferung von Musik", sagte Vivendi-Universal-Chef Jean-Marie Messier am Freitag auf der Musikmesse Popkomm in Köln.

Für die Konkurrenz von BMG, EMI und Warner gibt es noch keinen definitiven Zeitplan.

"Das Internet ist ein neuer Vertriebskanal", den die Musikindustrie endlich effektiv nutzen müsse, meinte Messier. "Wir wollen mehr Menschen einen besseren Zugang zu mehr guter Musik verschaffen. Das ist genau das, was das Internet leisten kann."

Die Musikindustrie will das Internet nicht mehr fürchten, auch wenn derzeit die CD-Verkäufe durch Online-Piraterie und illegales CD-Brennen zurück gehen. Sie will es für sich nutzen.

Musiksuchmaschine
Informationen über etwa 150.000 Platten und Videos sind im Moment in der Datenbank von "www.musicline.de" vorhanden; 1,7 Millionen Musikdateien stehen bereit, damit die Websurfer in die Songs ihrer Stars schnuppern können. Musicline.de ist damit die zentrale Plattform der deutschen Plattenindustrie im Internet. 121 Plattenfirmen sind beteiligt, die ihre Bestände und Neu-Veröffentlichungen sowie Informationen über Künstler an dieses Angebot weitergeben. In Zukunft ist sollen auch Auszüge aus Musikvideos aufgenommen werden.

17.8.2001 15:59