Freitag, 17. August 2001

Aufregung um Aktienpakete

Weitere 80 Millionen Telekom-Aktien auf dem Markt - das erwartet die Deutsche Telekom nach dem Stichtag 1. September. Die Aktienpakete sind bei der Übernahme von US-Firmen ausgegeben worden. Die T-Aktie war unter Druck geraten, nachdem in den vergangenen Tagen 44 Millionen Anteile verkauft worden waren.

Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick sagte, selbst 100 Millionen Aktien dürften den Markt nicht beeindrucken. Eick erwartet keine deutlich höhere Anzahl an Aktien an den Börsen. "Eine Gefahr, dass 500 Millionen Aktien verkauft werden, vermag ich nicht zu erkennen. Wir haben das Problem gut gemanagt, 85 Prozent des möglichen Flow-Backs sind abgedeckt."

Am Finanzmarkt waren Befürchtungen aufgekommen, an den Aktienmärkte könnten in den kommenden Wochen und Monaten mehrere hundert Millionen weiterer Aktien, mit denen die Telekom die Übernahme der US-Konzerne VoiceStream und Powertel bezahlt hatte, verkauft werden.

Laut Eick ist die Hälfte der im Zusammenhang mit US-Zukäufen ausgegebenen 1,2 Milliarden T-Aktien bei freien Aktionären untergebracht worden, davon bereits 300 bis 350 Millionen Stück vor Vollzug der Übernahme am 31. Mai. Die vereinbarten Haltefristen für die Titel hätten vorgesehen, dass die VoiceSTream-Großaktionäre 17,5 Prozent ihrer aufaddiert rund 580 Millionen T-Aktien vor dem 31. Mai hätten verkaufen dürfen. Dadurch seien 23 Millionen T-Aktien auf den Markt gekommen. Die finnische Sonera habe im Mai über die Deutsche Bank zwölf Millionen Anteile verkauft. VoiceStream-Vorstandschef John Stanton habe ebenfalls vor dem Stichtag 3,7 Aktien abgegeben.

Durch Haltefristen gebunden sind laut Eick 350 Millionen T-Aktien. Halter sind Großaktionäre wie Goldman Sachs (38 Millionen), Sonera (72 Millionen) und Telephone Data Systems (rund 130 Millionen).

17.8.2001 12:26