Samstag, 18. August 2001

Konkurrenten müssen mehr Gebühr zahlen

"Wienstrom" will den reinen Strompreis für ihre Kunden senken. Gleichzeitig soll die Leitungs-Gebühr für alternative Anbieter steigen. Für private Haushalte, die mit der völligen Strom-Lliberalisierung am 1. Oktober 2001 ihren Anbieter frei wählen können, könnte der reine Strompreis noch günstiger werden.

"Jeder Kunde, der ein Billig-Strom-Angebot eines anderen Anbieters erhält, sollte daran denken, dass bei Wienstrom an einer weiteren Verbilligung gearbeitet wird", sagte der Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, Karl Skyba.

Wienstrom hofft aber für die Umsetzung der Preissenkung auf eine Verordnung des Wiener Landeshauptmanns Michael Häupl (S) für einen Kraft-Wärme-Kopplungs-Zuschlag auf den Netztarif. Dadurch werde sich die Netzgebühr etwas erhöhen, so Skyba. Strom und Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung gelten als umweltfreundlich.

Laut jüngsten Daten der E-Control, der Regulierungsbehörde für die E-Wirtschaft, zahlt ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh bei Wienstrom pro Jahr für das Netz 2.628 S, der reine Energiepreis für den Strom liegt bei 1.911 S. Die neuen Anbieter liegen beim reinen Strompreis bei 1.638 S (MyElectric), 1.649 S (Raiffeisen Wasserkraft) und 1.680 S (switch). Zu den Strom- und Netzkosten kommen bei allen Anbietern noch Steuern und Abgaben.

Neuordnung in Wien
Unterdessen planen die Wiener Stadtwerke, ihre Tochtergesellschaften im Energiebereich in einer eigenen Zwischen-Holding zusammenzufassen. Ein entsprechender Beschluss soll in einer Aufsichtsratssitzung im September fallen. Die neue Wien Energie Gmbh soll dann die Anteile an der Wienstrom Gmbh, der Wiengas GmbH und Fernwärme Wien GmbH halten.

Salzburg und Oberösterreich gehen getrennte Wege
Die Energie AG Oberösterreich (EAG) zieht sich aus der mit der Salzburg AG gegründeten Stromvertriebsfirma MyElectric zurück und gibt ihren 50 Prozent-Anteil an die Salzburger AG ab. Grund für den Schritt ist der geplante Beitritt der EAG zur EnergieAllianz (EVN, Wiener Stadtwerke, Linz AG sowie Bewag und Begas). Bei MyElectric ist vertraglich festgehalten, dass sich jenes Unternehmen aus der MyElectric zurückziehen muss, das in den Einflussbereich eines Konkurrenz-Unternehmens gelangt. Durch den Beitritt der EAG zur EnergieAllianz geschieht genau das.

Die Salzburg AG führt nach eigenen Angaben bereits erste Gespräche mit neuen Partnern. Sie will die Stromvertriebsfirma mit "voller Kraft" weiterführen. MyElectric hat mit Kunden wie Humanic oder dem ÖBB-Mitarbeiterpool erste Erfolge erzielen können.

18.8.2001 16:22