Überlebenskampf in der Autobranche

Nur mehr zehn Automarken zur Wahl? Bis 2010 soll das Wirklichkeit sein. Nach einer deutschen Studie werden aus dem Kampf um die neuen Absatzmärkte Osteuropa, Südamerika und Asien weltweit nur zehn Autohersteller hervorgehen.
Die besten Überlebenschancen gibt die Studie Daimler-Chyrsler, General Motors, Ford, Toyota, VW, Renault/Nissan und BMW. Ähnlich stark wird die Konzentration bei den Auto-Zulieferern ausfallen: Von 5.500 Unternehmen heute sollen gerade noch 3.500 übrig bleiben.
Im Jahr 1970 gab es noch 36 Automobilkonzerne, im vergangenen Jahr zählte die Branche noch 15 Vertreter. In der Zwischenzeit ist DaimlerChrysler auch schon bei Mitsubishi Motors eingestiegen.
Den großen Autokonzernen in Deutschland gibt die Studie gute Chancen, ihre Selbstständigkeit zu bewahren. Sie sind bestens gerüstet, diese Phase der Strukturanpassung maßgeblich zu gestalten.
Auf der Verlierer-Straße
In die Zukunft des Stuttgarter Luxusautoherstellers Porsche setzen die Herausgeber der Studie nicht viel Vertrauen. Auch Honda, Fiat und die französische PSA (Peugeot und Citroen) könnten dem Strudel der Konzentration zum Opfer fallen.
Fit für die Zukunft
2,45 Billionen Euro hat die Branche im heurigen Jahr umgesetzt. Treibkraft ist die technologische Entwicklung. Sie ist eine der Trumpfkarten im Kampf um die Spitzenpositionen. In den kommenden zehn Jahren sollen Autos um 30 Prozent leiser werden, der Verbrauch soll um 15 Prozent sinken. Schon im laufenden Jahr muss Daimler-Chrysler wegen des zu hohen Verbrauchs in den USA mit 20 Millionen Dollar Strafe rechnen. Den Durchbruch für die Brennstoffzelle erwarten die Autoren der Studie jedoch erst 2015.
Die Schlüsselmärkte sind China, Osteuropa und Südamerika. "Wer in diesen Ländern keine Kapazitäten oder keine Kompetenzen aufbaut, wird eigenständig nicht überleben", sagt Guido Schacht, der Betreuer der Studie. Die notwendigen Investitionen schätzt er auf rund 100 Milliarden Euro.
Zulieferer am Scheideweg
Ein enormer Konzentrationsprozess kommt auf die Zuliefer-Branche zu. Die Hersteller werden große Teile der Wertschöpfung auslagern und ihre eigene Fertigungstiefe damit weiter verringern. Arbeitskräften werden von den Herstellern zu den Zulieferern wandern. "Die Top 20 werden dann 50 Prozent (heute 27 Prozent) des Zuliefervolumens der Automobilhersteller abdecken", heißt es in der Studie. Der Anteil von Elektronik und von Software an den Kosten für ein Fahrzeug wird sich deutlich erhöhen.
Defizite
"Die meisten Zulieferer sind für eine derartige Entwicklung noch gar nicht gerüstet," stellt die Studie fest. Die Folge seien Akquisitionen und Fusionen zu Autozuliefer-Konzernen mit hohen zweistelligen Milliarden-Umsätzen und mehr als 100.000 Mitarbeitern. Im Nachteil sind Zulieferer, die sich nur auf konventionelle Technologien spezialisieren.
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