Philips Österreich setzte im Vorjahr rund 21 Mrd.S um

Massen-Entlassungen bei Philips Österreich: Bis Ende 2002 werden wegen der Umstrukturierung am Wiener Standort 1.200 der insgesamt 4.100 Arbeitsplätze gestrichen. Der niederländische Elektronikkonzern meldete kürzlich einen Verlust von 770 Mio Euro (10,6 Mrd. Schilling).
In Wien wird die Produktion von Schlüsselkomponenten und die Produktentwicklung für analoge Videorecorder bis Mitte 2002 eingestellt. Nun will Philips mit einer eigenen Jobbörse die betroffenen Mitarbeiter weitervermitteln.
Hauptgrund für den Stellenabbau ist eine am Donnerstag verkündete Kooperation zwischen Philips und dem japanischen Elektrokonzern Funai bei analogen Videorecordern, wonach sich Funai künftig auf die Herstellung für den europäischen Markt und Philips auf Marketing und Vertrieb konzentriert.
Veränderungen gibt es - wie berichtet - auch bei der bisher ebenfalls in Wien angesiedelten Endmontage von Faxgeräten. Sie wird nach Ungarn ausgelagert.
Von den insgesamt 1.200 Stellen, die gestrichen werden sollen, entfallen 850 auf den Videorecorder-Bereich, 120 auf die Faxgeräteproduktion und weitere 230 auf die Leiterplattenproduktion, die auf Grund der Einstellung der Videorecorderproduktion gedrosselt wird. Die Philips-Standorte in Klagenfurt und Gratkorn seien von der Änderung in Wien unberührt, hieß es weiter.
Philips Österreich setzte im Vorjahr rund 21 Mrd.S um
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2000 erwirtschaftete Philips Österreich einen Umsatz von 1,8 Mrd. Euro (20,6 Mrd. S). 1,5 Mrd. Euro - damit 98 Prozent - davon stammten aus dem Export. Der Gewinn (Jahresüberschuss) lag dabei nach vorläufigen Zahlen zwischen 50 und 70 Mill. Euro.
Der Philips-Konzern hatte kürzlich für das zweite Quartal 2001 einen Verlust von 770 Mill. Euro (10,60 Mrd. S) gemeldet. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres wurde noch ein Reingewinn von 3,6 Mrd. Euro gemeldet.
Philips richtet Jobbörse für betroffene Mitarbeiter ein
Philips Österreich-Sprecherin Beate McGinn äußerte sich zuversichtlich, dass man für möglichst alle betroffenen Mitarbeiter noch vor ihrem Ausscheiden einen adäquaten Ersatzjob finden werde. Als erstes Unternehmen Österreichs habe Philips eine eigene Jobbörse eingerichtet, über die auch extern Jobs vermittelt würden, erklärte McGinn. Einige Unternehmen hätten bereits ihr Interesse angemeldet.
Neben der Jobbörse plant Philips auch Umschulungsmaßnahmen für die betroffenen Mitarbeiter. Unternehmensintern werden üblicherweise pro Jahr rund 150 bis 200 neue Mitarbeiter benötigt, die jetzt auch durch Umschichtungen rekrutiert werden könnten.
Stadt Wien bietet Arbeitsstiftung an
Die Stadt Wien will über den Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) Philips Österreich die gemeinsame Schaffung einer Arbeitsstiftung für die vom Abbau betroffenen Philips-Mitarbeiter anbieten, erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder am Donnerstag in einer Aussendung.
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