Dienstag, 14. August 2001

Japan soll vor Rezession gerettet werden

Die japanische Notenbank (BoJ) hat ihre Geldpolitik entgegen den Erwartungen von Analysten gelockert: Das Land muss unbedingt vor einer vierten Rezession in nur einem Jahrzehnt gerettet werden. Die langfristigen Staatsanleihen sollen nun erhöht werden, um die Kreditwirtschaft mit mehr Liquidität auszustatten.

Die BoJ teilte am Dienstag im Anschluss an ihre zweitägigen Beratungen in Tokio mit, sie werde die täglichen Guthaben der Geschäftsbanken bei der BoJ auf sechs Bill. Yen (54,9 Mrd. Euro/755 Mrd. S) von zuvor fünf Bill. Yen erhöhen. Die Notenbank werde zudem ihre monatlichen Käufe von langfristigen japanischen Staatsanleihen auf 600 Mrd. Yen von zuvor 400 Mrd. Yen erhöhen.

Die Währungshüter seien weiter darum bemüht, Japans Wirtschaft wieder zu einem stabilen Wachstum zu verhelfen. Die trüben Aussichten für die Wirtschaft und die Preisentwicklung hätten eine Unterstützung durch die Geldpolitik erfordert, hieß es.

Faktische Nullzins-Politik
Im März war die BoJ durch eine Erhöhung der Guthaben - mit denen sie die Kreditvergabe steuert - faktisch zu ihrer Nullzins-Politik zurückgekehrt. Während Analysten mit einer unveränderten Geldpolitik gerechnet hatten, hatten sich Politiker und Volkswirte vor der BoJ-Sitzung für eine weitere Lockerung ausgesprochen.

14.8.2001 10:40