Werktägliche Zustellung und Versorgung sicher stellen

Bedingungen bei der Post-Reform stellte der Klubobmann der ÖVP im Oberösterreichischen Landtag, Josef Stockinger. Die werktägliche adressgenaue Zustellung an jeden Haushalt müsse aufrecht bleiben und die postalische Versorgung müsse - wo Postamtsschließungen oder -Zusammenlegungen erfolgen - durch "Postpartner" sicher gestellt werden.
Stockinger stellte fest, alle Modelle einer Selbstabholung in entlegenen Regionen würden von der ÖVP abgelehnt. Er erwarte sich, dass die werktägliche Zustellung an jeden Haushalt in der neuen Universaldienstordnung von Infrastrukturministerin Monika Forstinger festgeschrieben werde.
Nahversorger sollen Postdienst übernehmen
Weiters dürfe es nach der Post-Reform keine weißen Flecken auf der oberösterreichischen Landkarte geben, was die postalische Versorgung betreffe. Ein sinnvoller Ansatz sei dazu die Kombination von Postdienst mit bestehenden Nahversorgern wie Kaufgeschäften, Wirtshäusern, Gemeindeämtern, Trafiken und Tankstellen. Die Nahversorger würden dadurch ein zweites Standbein erhalten, das ihre Wirtschaftskraft und ihre Überlebensfähigkeit steigere.
Erste Testläufe in anderen Bundesländern hätten den Postpartnern Zuwächse bis zu elf Prozent im Kerngeschäft gebracht. In Oberösterreich sollen Postpartnerschaften am 24. September in Offenhausen und am 8. Oktober in Geboltskirchen starten. In beiden Fällen würden Kaufhäuser die Postdienste übernehmen.
Notwendige Reformen tun weh
"Wenn die beiden Forderungen der ÖVP umgesetzt werden, dann besteht die Chance, dass die Postreform von der Bevölkerung auch akzeptiert wird", ist sich Stockinger sicher. Die notwendigen Reformen würden da und dort "weh tun". Das sei aber der Preis dafür, dass in der Vergangenheit vieles verschlafen worden sei und jahrzehntelange Versäumnisse nun aufgearbeitet werden müssten. Die Reform sei die einzige Chance, die Postverwaltung in ein modernes Dienstleistungsunternehmen umzubauen, erklärte der ÖVP-Klubobmann.
"Doppelzüngigkeit und Scheinheiligkeit"
Empört reagierte der SPÖ-Landtagsabgeordnete Erich Pilsner auf die Bedingungen der ÖVP zur Postreform. Noch vor kurzem habe Landeshauptmann Josef Pühringer (V) betont, es werde keine Postamtsschließungen gegen, jetzt verteidige die ÖVP das Zusperren bereits, kritisierte Pilsner am Montag und warf ihr "Doppelzüngigkeit und Scheinheiligkeit" vor.
Es sei empörend, wie die ÖVP die hohe Qualifikation der Postbediensteten herunterspiele und ihre Aufgaben zu Hilfsdiensten degradiere, die jeder Grießler oder Tankwart nebenbei erledigen könne. Und die 100 Postler in Oberösterreich, die um ihren Job zittern müssten, weil ihre Postämter vor dem Aus stünden, scheinten dem Landeshauptmann überhaupt völlig egal zu sein, erklärte Pilsner.
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