Jürgen Macho einziger Österreicher

Was die Bayern in Deutschland sind, ist Manchester United in England. Das Starensemble geht als großer Favorit in die neue Premier-League-Saison. Am Samstag wird die Jagd auf den Titelverteidiger eröffnet. Einziger Österreich-Export in der englischen Liga ist Goalie Jürgen Macho.
Für den Österreicher, der nach dem Wechsel seines Tormann-Kollegen Alexander Manninger von Arsenal zu AC Fiorentina Österreichs einziger Beitrag in England ist, nennt die "red devils" als jenen Klub, über den der Weg zum Champion führt. Als schärfste Rivalen stuft der frühere Sportclub- und Vienna-Goalie Vizemeister Arsenal sowie den FA-, Liga- und UEFA-Cup-Gewinner FC Liverpool ein, die eine Buchmacher-Quote von je 9:2 aufweisen.
Alle jagen ManU
Manchester United geht also ein Mal mehr als großer Gejagter in die am Samstag beginnende englische Fußball-Premier League 2001/02. Der Titelverteidiger gilt neuerlich als Meister-Favorit Nummer eins, wird von den Buchmachern mit den niedrigsten Odds (8:11) gehandelt, die es je vor dem Saison-Start gegeben hat. Manager Alex Ferguson, der im Mai seinen Posten räumt, möchte zum Abschied mit seiner Truppe zum achten Mal innerhalb der vergangenen zehn Jahre den Titel nach Old Trafford holen.
Kann Chelsea Manchester gefährden?
Im Gegensatz zu Macho sieht Ferguson Liverpool und Arsenal nicht als die schärfsten Konkurrenten. "Ich glaube, die größte Gefahr droht uns diesmal von Chelsea", sagt der Meister-Macher, dessen Mannschaft zum Auftakt Aufsteiger FC Fulham empfängt. Mit dem französischen Welt- und Europameister Emmanuel Petit vom FC Barcelona hätten die Londoner nämlich eine außergewöhnlich guten Griff getan. "Und mit Jesper Gronkjaer sowie Boudewijn Zenden haben sich noch zwei weitere Spieler in ihren Reihen, die für ihr schnelles Konter-Spiel prädestiniert sind", glaubt "Sir" Ferguson.
Der FC Chelsea, der für Petit und Zenden (jeweils von Barcelona), Lampard (West Ham) und Gallas (Marseille) im Sommer 702 Millionen Schilling investierte, hat nach dem enttäuschenden sechsten Tabellenrang in der vergangenen Saison viel gut zumachen.
Macho will in den Europacup
Auf ein besseres Abschneiden hofft auch Macho, der zuletzt mit seinem FC Sunderland (100:1-Odds) die Saison als Siebenter abgeschlossen hat. "Unser Ziel ist diesmal ganz klar das Erreichen eines Startplatzes für den Europacup", sagt der Wiener.
Sunderland startet am Samstag mit dem Heimspiel gegen UEFA-Cup-Starter Ipswich Town, danach folgt auswärts das Treffen mit Neuling FC Fulham, ehe es ebenfalls in der Fremde zum Derby gegen Newcastle United kommt. Macho, dessen Drei-Jahres-Vertrag noch bis 2003 läuft, wird sich vorerst weiterhin mit der Reservistenrolle hinter dem dänischen Teamtorhüter Thomas Sörensen abfinden müssen. "Er ist ganz klar die Nummer eins. Das ist natürlich hart für mich, denn wer sitzt schon gerne auf der Bank."
Der 23-jährige Wiener verfügt über viel Geduld, aber auch über ebenso viel Ehrgeiz. "In der vorigen Saison hat man gesehen wie schnell es geht, eine Verletzung und ich kam zu meinen ersten Einsätzen", so Macho. Er müsse weiterhin hart an sich arbeiten und auf seine nächste Chance warten. Sein erstes Jahr war im im Großen und Ganzen Okay. "Doch das ist alles Schnee von gestern, ich muss mich im Training stets aufs Neue beweisen."
222 Legionäre bei 20 Klubs
Macho ist Teil einer unglaublichen Legionärsflut auf der Insel. In den Kaderlisten der 20 erstklassigen englischen Klubs stehen in der diesjährigen Saison nicht weniger als 222 Nicht-Briten. In der Premier League werden Spieler aus 48 verschiedenen Ländern zu bewundern sein, die um insgesamt rund 10,9 Milliarden Schilling (792 Mio. Euro) geholt wurden.
ManU, Chelsea und Arsenal lieferten auf dem Transfermarkt die großen Schlagzeilen, während es etwa bei Liverpool (holte sich auch die Charity Shield) und Leeds relativ ruhig blieb. Manchester ließ bei den Verpflichtungen von Ruud van Nistelrooy um 19 Millionen Pfund (414 Mio. S/30,1 Mio. Euro) und Juan-Sebastian Veron um 28,1 Millionen Pfund (613 Mio. S/44,5 Mio. Euro) ordentlich die Muskeln spielen, da sahen selbst die "Gunners" aus London etwas alt aus. Und das obwohl Arsenal um insgesamt 30 Mio. Pfund (654 Mio. S/47,5 Mio. Euro) zulangte und u.a. Giovanni van Bronckhorst von den Glasgow Rangers sowie Sol Campbell vom Erzrivalen Tottenham holte.
Premier League, erste Runde:
Samstag:
Charlton Athletic - Everton
Derby County - Blackburn Rovers
Leeds United - Southampton
Leicester City - Bolton Wanderers
Liverpool - West Ham United
Middlesbrough - Arsenal
Sunderland - Ipswich Town
Tottenham Hotspur - Aston Villa
Sontag:
Chelsea - Newcastle United
Manchester United - Fulham
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