Stadrat Faymann will im Herbst Entscheidung treffen

Bis heute befindet sich auf einem Wiener Gemeindebau ein großes Bild aus der NS-Zeit. Erst vergangenes Jahr leitete der zuständige Wohnbaustadtrat Werner Faymann eine historische Untersuchung ein. Faymann will nun im Herbst entscheiden, was mit dem NS-belasteten Relief geschehen soll.
Das Bild, das auf dem Gemeindebau in der Brandmayergasse 27 in Wien 5 befindet, zeigt einen Hitlerjungen mit brauner Uniform samt Familie und wurde 1938 von dem Maler Rudolf Böttger geschaffen. Nach dem Krieg wurde nur das Hakenkreuz aus dem Relief entfernt und die Gemeinde Wien übernahm das Gebäude in seine Verwaltung.
Der Schöpfer dieses Reliefs, der Maler Rudolf Böttger war während der NS-Zeit in Wien als hochrangiger NS-Kulturfunktionär aktiv, wie FORMAT vorliegende Akten belegen. Der 1873 geborene Böttger war nach dem "Anschluss" als NSDAP-Mitglied im Wiener "Gaukulturamt" für die Malerei zuständig.
Böttger, der übrigens noch im Jahr 1957 die "Goldene Lorbeer des Wiener Künstlerhaus" erhielt, installierte in seiner Eigenschaft als NS-Funktionär ein Spitzelsystem, das nicht genehme Hitler-Darstellungen entfernen sollte und rief bei einer Versammlung mit hochrangigen Wiener NS-Funktionären sogar auf, "ein besonderes Augenmerk auf schlechte und unwürdige Darstellungen des Führers zu richten und enstprechende Anzeigen an das Kulturamt zu erstatten."
Die ausführliche Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FORMAT.
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