FORMAT: Mölzers Kritik an Haiders Eventkultur

Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider hat den Vertrag mit seinem Kulturberater Andreas Mölzer überraschenderweise nicht verlängert. Gegenüber FORMAT verstärkt der Haider-Vertraute seine Kritik an der Kulturpolitik am Wörthersee.
FORMAT: Herr Mölzer, Sie werden Ihren Vertrag als Kulturberater mit dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider nicht mehr verlängern. Der Grund soll ein tiefes Zerwürfnis über Ihre Kritik an der sogenannten Evenkultur am Wörthersee sein. Warum beenden Sie tatsächlich Ihre Zusammenarbeit?
MÖLZER: Das ist einerseits ein normales Auslaufen eines von vornherein zeitlich begrenzten Vertrags. Zum anderen sind die Aufgaben, die eben zu bewältigen waren – sprich die Umstellung von einer sehr zeitgeistigen, sozialdemokratisch dominierten Kulturpolitik zu einer neuen rechtsliberalen und wertkonservativen Kulturpolitik – eigentlich im wesentlichen einmal beendet.
FORMAT: Was ist eigentlich diese wertkonservative oder rechtsliberale Kulturpolitik, die Sie in Kärnten durchsetzen wollen?
MÖLZER: Das ist natürlich in drei Worten schwer zu umreißen: Aber es ist insofern leicht definierbar, wenn man beispielsweise die Aufregung der Gegner dieser neuen Kulturpolitik betrachtet: Dann weiß man, dass es so etwas wie eine wertkonservative rechtsliberale Kulturpolitik gibt. Sonst hätte es nicht diese Aufregung in Kärnten gegeben.
FORMAT: Das heißt, wenn es gegen die Ihrer Meinung nach „sozialdemokratischen Auftragskünstler“ geht, dann ist es die richtige Kulturpolitik?
MÖLZER: Nein, aber ich trete für eine solche Kulturpolitik ein, die sich stärker an den Menschen und den Bürgern des Landes und nicht zu sehr an der Kulturschickeria orientiert. Eine Kulturpolitik also, die Gleichwertigkeit zwischen Hochkultur, zwischen Volkskultur und zwischen zeitgenössischem Kulturschaffen propagiert und die auch in der Lage ist, dort, wo gegen den Bürger gearbeitet wird, sich die Freiheit zu nehmen, etwas nicht zu subventionieren.
FORMAT: Nochmals: Ist das nun freiheitliche Kulturpolitik? In Ihrer Zeitung „Zur Zeit“ werden diese Events einerseits als „dekadente Spaßgesellschaft“ abgetan, der Kärntner Landeshauptmann Haider scheint sich andererseits bei solchen Veranstaltungen sehr wohl zu fühlen.
MÖLZER: Wir Freiheitlichen haben ja lange Jahre gegen diese Seitenblicke-Gesellschaft gewettert. Es wird bei diesen Events im Massenverband Hedonismus gepflogen. Die Seitenblicke- Gesellschaft feiert natürlich bei diesen Events ihre Triumphe. Es ist aber unstrittig, dass diese Veranstaltungen für Kärnten und für den Wörthersee gewaltige touristische und wirtschaftliche Impulse bringen.
Das ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FORMAT.
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