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Am Montag starben bei einem Feuerunfall im einröhrigen Gleinalmtunnel fünf Menschen. Die Bilanz der bislang blutigsten Verkehrswoche dieses Jahres: 24 Tote. Die kommenden Tage, das verlängerte Wochenende lassen mehr befürchten. Aktuellstes Beispiel für den alltäglichen Blutzoll auf unseren Straßen ist der Tod eines Fußgängers im Bezirk Judenburg.
Auf der B77 im Bezirk Judenburg in der Steiermark ist Mittwoch Abend ein Fußgänger bei einem Verkehrsunfall tödlich verletzt worden. Nach Angaben der Sicherheitsdirektion Graz überfuhr ein 23-jähriger Mann aus Unterzeiring (Bezirk Judenburg) mit seinem Pkw einen 25-jährigen Mann aus Fohnsdorf im Ortsgebiet von Maria Buch. Der Fußgänger verstarb am Unfallort.
Roadmovie auf Österreichs Straßen
Unfallhorror, Stau-Gau, Baustellen-Chaos – auf Österreichs Straßen spielt sich derzeit das schlimmste Roadmovie aller Zeiten ab. Doch es wird, so warnen Experten, noch viel dicker kommen. Laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts droht Österreich durch die bevorstehende EU-Osterweiterung von der Transitlawine vollends überrollt zu werden.
Transit-Lawine nach EU-Erweiterung
So prognostiziert Wifo-Forscher Wolfgang Puwein, dass die Zahl der Pkw und Lkw-Fahrten auf Österreichs Straßen nach dem Beitritt von Polen, Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Slowenien rasant ansteigen wird: doppelt so viel Autoverkehr von heute bis 2015, gar mehr als dreimal so viel Lkw- Güterverkehr im gleichen Zeitraum. Puwein: „Obwohl die Entwicklung des nationalen Verkehrs das größte Problem bleibt, wird die Osterweiterung speziell im Großraum Wien und auf der Westautobahn bestehende Kapazitätsprobleme verschärfen.“
Frühe Sünden
Dabei sind die Gründe für die heimische Verkehrsmisere hauptsächlich hausgemacht. Die Autofahrer müssen jetzt ausbaden, was von mehreren Politikergenerationen auf die lange Bank geschoben wurde. „Jetzt stehen wir vor einer Situation, wo sich der Straßenzustand in einem kläglichen Zustand befindet“, konstatiert Ministerin Forstinger denn auch einen „wahnsinnigen Aufholbedarf“.
Beispiel Tunnelbau
Eigentlich sollten sämtliche Tunnel spätestens seit dem Vorjahr zweiröhrig ausgebaut sein. So stand es zumindest im ursprünglichen Autobahnen- Ausbaukonzept. Doch das stammte aus den 70er Jahren. Heute freilich ist man von diesem Ausbauziel immer noch meilenweit entfernt. Derzeit gibt es 23 einröhrige Tunnel im hochrangigen Straßennetz. Tendenz steigend. Gerade entstehen am Lückenschluss der Pyhrnautobahn (A9) in Oberösterreich acht weitere Tunnel mit insgesamt 9,3 km Länge. Zwar mit Fluchtstollen ausgestattet, aber ebenfalls nur einröhrig.
Zu wenig Geld für Tunnelausbau
„Die Kosten für zweiröhrige Tunnel sind einfach zu hoch“, rechtfertigt man sich bei der Betreibergesellschaft ÖSAG (Österreichische Autobahnen- und Schnellstraßen AG). Allein eine zweite Röhre im Gleinalmtunnel würde 1,3 Milliarden Schilling verschlingen – etwa so viel wie eine gesamte Autobahnumfahrung einer mittelgroßen Gemeinde.
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