Verbot von Stockhieben als Strafe wird erwogen

Die reformorientierte neue Regierung unter dem Mohammad Khatami hat die öffentliche Bestrafung von Delinquenten mit Stockhieben verurteilt. Nach Medienbericht waren 13 letzte Woche sechs Jugendliche wegen verbotenen Alkoholkonsums und Flirtens mit Mädchen auf öffentlichen Plätzen mit Stockhieben auf das nackte Gesäß bestraft worden.
"Innenminister Abdolvahed Mussavi-Lari ist scharf gegen die Prügelstrafe, die, anstatt die Verurteilten reuig zu machen, die Sympathie der Öffentlichkeit für sie steigert und im Übrigen gegen die Ziele des Islam ist", sagte dessen Stellvertreter Mohammad-Javad Haqshenass laut IRNA. Die Prügelstrafe schädige außerdem das Image des Iran im Ausland. Das Parlament sollte nach Worten des Vizeinnenministers daher ein Verbot der öffentlichen Stockhiebe in Erwägung ziehen. Die in der iranischen Justiz dominierenden Vertreter einer harten Linie wollen die Prügelstrafe aber in mindestens zehn der 28 Provinzen beibehalten.
Nach unbestätigten Berichten sollen iranische und arabische Investoren ihre Geschäfte in der Freihandelszone von Kish und Qeshm am Persischen Golf, die wegen Alkoholkonsums festgenommen worden und mit Stockhieben bedroht worden waren, aus Protest aufgegeben haben. Dadurch soll dem Iran großer wirtschaftlicher Schaden entstanden sein.
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