Mittwoch, 15. August 2001

Schnell will alle Instanzen durchgehen

Der Salzburgs FP-Landesparteiobmann Karl Schnell will seine Äußerung "Lump" wäre für Bundespräsident Thomas Klestil "eigentlich noch ein harmloser Ausdruck" auch nach seinem Urteil am 20. Juli nicht zurücknehmen.

Das Wiener Straflandesgericht hat Schnell wegen Beleidigung des Bundespräsidenten zu einer unbedingten Geldstrafe von 100.000 Schilling (100 Tagessätze zu je 1.000 S) oder 50 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe verurteilt. "Ich werde alle Instanzen durchgehen", sagte der Salzburger FP-Politiker.

Schnell hatte im Rahmen einer Parteiveranstaltung am 28. November 2000 unter Anspielung auf den so genannten "Hump-Dump-Lump"-Sager des Wiener FPÖ-Chefs Hilmar Kabas gesagt, die Bezeichnung "Lump" wäre für Klestil "eigentlich noch ein harmloser Ausdruck". Wiederholt unterstrich der Salzburger FP-Landesparteiobmann, dass er den Bundespräsidenten nicht habe beleidigen wollen. Er habe lediglich das Verhalten Klestils bei der Angelobung der neuen Bundesregierung und bei den EU-Sanktionen kritisiert.

Für ihn sei das Urteil und das Vorgehen Klestils unverständlich, meinte Schnell. "Schwerste Verbrechen werden oft kaum geahndet, 'Majestätsbeleidigung' jedoch schon." Der FP-Landesparteiobmann ist überzeugt, dass die ganze Angelegenheit "als Schuss nach hinten losgeht". Zumindestens in Straßburg werde er Recht bekommen, glaubt Schnell.

15.8.2001 16:06