Dienstag, 14. August 2001

Hauptverband soll nicht stur bleiben

Die Gesundheitssprecherin der Wiener FP, Stadträtin Karin Landauer, hat sich am Dienstag der Forderung angeschlossen, das Geburtshaus Nussdorf in Wien-Döbling durch einen Kassenvertrag zu retten. Der Hauptverband hat die Vorwüfe, dass er das Geburtshaus "finanzielle aushungern" wolle, zurückgewesen.

"Das Geburtshaus darf nicht sterben. Es war und ist ein Vorreiter und Wegbereiter für eine natürliche Geburt, welches von vielen Wiener Krankenanstalten kopiert, aber nie erreicht wurde", betonte die FP-Politikerin.

Nun versuche offenbar der Hauptverband und sein Präsident Hans Sallmutter diese wertvolle Einrichtung "finanziell aushungern" zu lassen, mutmaßte Landauer. Sie kündigte eine "parteiübergreifende Initiative", falls die Krankenkasse weiterhin "stur" bleiben sollte. Landauer: "Sallmutter ist jedenfalls aufgefordert, im Sinne der werdenden Mütter in dieser Stadt das Geburtshaus vor dem finanziellen Ruin zu bewahren und damit diese wertvolle Einrichtung zu erhalten."

Nussdorf könne als Ambulatorium sehr wohl Krankenanstaltenstatus haben, betonte Landauer. Das Argument, wonach es bereits ein Überangebot an Geburtshilfebetten gebe, ließ sie nicht gelten, da das Haus in Nussdorf nicht bettenführend ist.

Hauptverband weist Vorwürfe zurück
Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat die von der Wiener FPÖ geäußerte Vermutung, wonach das Geburtshaus Nussdorf "finanziell ausgehungert" werden solle, zurückgewiesen. Dass der Einrichtung in Wien-Döbling kein Kassenvertrag gewährt wird, habe damit nichts zu tun. Es gehe vielmehr darum, dass dem Geburtshaus als Krankenanstalt in der Betriebsform eines selbständigen, aber nicht bettenführenden Ambulatoriums rechtlich kein Vertrag zusteht.

Und zwar eben deswegen, weil dort keine Betten für den stationären Aufenthalt vorhanden sind, hieß es in einer Aussendung des Hauptverbandes. Die Forderung der Wiener FP-Stadträtin Karin Landauer, sei längst erfüllt - was laut Hauptverband aber an der rechtlichen Situation nichts ändere.

Einem Kassenvertrag mit Nussdorf stehe also nicht die "sture Haltung" des Hauptverbandes im Weg, sondern eine gesetzliche Hürde. Die von der FPÖ angekündigte "parteiübergreifende Initiative" zur Rettung des Hauses müsste dieses Hindernis zunächst überwinden.

14.8.2001 15:46