Aber die Gegner werden mehr

Mehr als zwei Drittel der Tschechen unterstützen laut einer repräsentativen Umfrage nach wie vor die Inbetriebnahme des südböhmischen Atomkraftwerks Temelin. Die Zahl sei aber seit Oktober 2000 leicht von 71 auf 67 Prozent gesunken. Indessen geht der Probebetrieb weiter, weiter Tests stehen auf dem Programm.
Die Zahl der Temelin-Gegner stieg im selben Zeitraum von 16 auf 22 Prozent.
Das Kraftwerk hatte am Sonntag nach dreimonatiger Reparatur den Probebetrieb wieder aufgenommen. Im ersten Reaktorblock seien am Montag bei etwa zwei Prozent Leistung mehrere Tests erfolgreich durchgeführt worden, sagte ein Anlagensprecher.
Zur Kritik von Politikern und Atomkraftgegnern aus Deutschland und Österreich gegen den neuerlichen Start von Temelin sagten in der Umfrage 65 Prozent der Tschechen, ausländische Kritik sei "unerheblich". Etwa 25 Prozent waren der gegenteiligen Ansicht.
Weitere Tests werden durchgeführt
Im südböhmischen Atomkraftwerk Temelin werden weitere Tests durchgeführt. Die Betreiber wollten die Leistung des Reaktors zunächst auf einem Niveau von 0,1 bis 1,5 Prozent der Reaktorkapazität halten, erklärte ein Pressesprecher des AKW am Montag. Nach einer dreimonatigen Abschaltung war am Sonntag der Probetrieb wieder aufgenommen worden.
Die Kontrolle der Steuerungssysteme, die auch eine schnelle Abschaltung des Reaktors ermöglichen, sei abgeschlossen, so der Sprecher, aber erst nach Beendigung weiterer Tests würde die Leistung des Reaktors erhöht und die Vorbereitungen für die Anschließung der Turbine fortgesetzt", erklärte der Sprecher. Die Staatliche Behörde für atomare Sicherheit (SUJB) genehmigte dem Temelin-Betreiber zunächst eine Steigerung der Leistung des Reaktors auf maximal 55 Prozent. Bei Erreichen von rund 30 Prozent in den nächsten Tagen ist der Anschluss der Turbine geplant.
Die tschechischen Zeitungen (Montag-Ausgaben) informierten ausführlich über die Kritik, die die Wiederinbetriebnahme Temelins in Österreich hervorgerufen hat. "Die Österreicher ärgern sich", schreibt auf der Titelseite das auflagenstärkste Blatt Tschechiens "Mlada fronta Dnes". Der oberösterreichische Landtagsabgeordnete Otto Gumpinger (V), SP-Umweltsprecherin Ulli Sima, FP-Klubobmann Peter Wesenthaler und der Chef der oberösterreichischen "Plattform gegen die Atomgefahr", Josef Pühringer, wurden zitiert.
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