Freitag, 10. August 2001

Billigst-Wohnungen verschwinden

Die eklatanten Preisunterschiede am Wohnungsmarkt in Österreich sind in den vergangenen Jahren praktisch verschwunden. Neue und alte Mietwohnungen kosten fast gleich viel, und auch die Segmente privat errichtete und Sozialwohnungen klaffen kaum mehr auseinander.

Verschwunden sind vor allem Billigwohnungen in privaten Altbauten mit weniger als 30 Schilling (2,18 Euro) Brutto-Miete pro Quadratmeter im Monat, deren Zahl seit 1990 von 181.000 auf 29.000 gesunken ist. Die immer durchlässiger gewordenen Marktsegmente erhöhen die Mobilität, d.h. die Österreicher werden künftig vermutlich öfter als nur alle 20 bis 25 Jahre ihre Wohnung wechseln.

Erstmals seit 1980 ist außerdem die Steigerung der Wohnkosten in Österreich im Jahr 2000 unter der allgemeinen Teuerungsrate gelegen, betonte Wolfgang Amann von der Forschungsgesellschaft Wohnen, Bauen und Planen bei der Vorlage seiner Wohnkosten-Studie gemeinsam mit ÖVP-Wohnbausprecher Abg. Walter Tancsits. Das heißt: Waren die Wohnkosten in den vergangenen 20 Jahren stets eine der Hauptursachen der allgemeinen Preissteigerung, könnten sie in den kommenden Jahren zu einem dämpfenden Faktor beim Verbraucherpreisindex werden.

Billigst-Wohnungen verschwinden
Heute stellen die Biligstwohnungen mit Wohnkosten von weniger als 30 S je m2 für Amann eine "für die wohnungspolitische Diskussion zu vernachlässigende Größe" dar. Von den bundesweit 3,72 Mill. Wohnungen seien nur rund 310.000 (8,4 Prozent) private Hauptmietwohnungen in vor 1945 errichteten Gebäuden (davon 220.000 in Wien). Und dabei liege der Billig-Anteil (unter 30 S/m2) mit 29.000 unter 10 Prozent.

Friedenskronen-Mietverträge dürften laut Amann in Österreich noch rund 60.000 bis 80.000 aufrecht sein, der weit überwiegende Teil davon in Wien. Bundesweit befinde sich noch in jedem zweiten privaten Altbau-Miethaus eine solche Friedenskronen-Wohnung, in Wien seien sie sogar noch in rund 80 Prozent der Althäuser zu finden.

10.8.2001 15:26