AK: Verkehrsaufkommen wird sich verdoppeln!

Laut neuer Studie wird sich der Stau in Österreich nach der EU-Ostererweiterung verdoppeln, der Lkw-Verkehr steigt ums sechsfache! Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien (MOEL-5) bescheren uns eine wahre Güter-Verkehrslawine.
Das ergab eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Die AK forderte einen Transitvertrag-Ost und die schnelle Einführung der Lkw-Maut. Das Volumen der auf Österreichs Straßen transportierten MOEL-5-Güter dürfte nach einer Prognose des Wifo in dem 20-Jahres-Zeitraum von 1994 bis 2015 von 5,7 Mill. Tonnen auf 34,8 Mill. t bzw. auf mehr als das 6-fache steigen.
Bahn verliert an Reiz
Anders als auf der Straße werden die MOEL-5-Gütertransporte in Österreich per Bahn viel schwächer zulegen. Hier geht das Wifo insgesamt von einem Anstieg um nur 68 Prozent von 15,6 auf 26,1 Mill. t aus
Wurden 1994 erst 23 Prozent des - damals noch viel geringeren - Gütervolumens dieser Länder in Österreich über Straßen transportiert, dürften es 2015 bereits 53 Prozent sein.
Grund für die künftig stärkere Verlagerung der Gütertransporte von der Bahn auf die Straße ist, dass bisher die Kontingentierung der grenzüberschreitenden Lkw-Fahrten die Entwicklung des Straßengüterverkehrs mit den MOEL-5 gebremst und die Bahn begünstigt hat.
Raum Wien und Westautobahn am stärksten betroffen
Eine Liberalisierung verlagert nicht nur Transporte von der Bahn auf den Lkw, sondern auch den Lkw-Transitverkehr von Umfahrungsrouten auf Österreichs Straßen.
Schon jetzt treten im Straßennetz Österreichs regelmäßig Kapazitätsengpässe auf, die hohe Staukosten verursachen. Die Integration der MOEL-5 werde bestehende Probleme, insbesondere im Raum Wien und auf Abschnitten der Westautobahn, verschärfen, so das Wifo.
AK fordert Transitvertrag-Ost
Ohne einen Transitvertrag-Ost und die schnelle Einführung der Lkw-Maut wird Österreich vom Schwerverkehr überrollt werden, warnt die AK. Daher muss in Österreich schnellstens die Lkw-Maut eingeführt werden und auf mindestens vier Schilling pro Kilometer erhöht werden, fordert die AK. Die Lebensqualität der Österreicher und die Umwelt würde sonst massiv belastet.
Die Regierung muss alles daran setzen, einen Transitvertrag-Neu aus zu verhandeln. Denn eine völlige Öffnung des Güterverkehrsmarktes darf es nur mit ausreichenden Übergangsfristen geben.
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