Drastischer Gewinneinbruch bei BASF

Nach einem Gewinn- und Umsatzeinbruch streicht Europas größter Chemiekonzern BASF 1.200 Stellen mehr als bislang geplant. Wie das Ludwigshafener Unternehmen mitteilte, sollen nun in den kommenden 18 Monaten weltweit 4.000 Arbeitsplätze abgebaut werden.
Neben diesen schlechten Nachrichten für die Beschäftigten gab es auch noch Hiobsbotschaften für die Aktionäre: Der Nettogewinn brach im zweiten Quartal um 97,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein; BASF musste deshalb bereits zum zweiten Mal seine Prognosen für das Gesamtjahr nach unten korrigieren.
BASF-Vorstandschef Jürgen Strube rechnet für das laufende Jahr nicht mehr mit einer Konjunkturerholung. "Wir rechnen mit einer wesentlichen Verbesserung der Chemiekonjunktur erst im Jahr 2002", so Strube am Dienstag vor Journalisten.
Der Vorstandsvorsitzende hält aber am generellen Ziel von BASF fest, die Konzernerträge künftig pro Jahr um zehn Prozent zu verbessern. "Ich bin ganz sicher, dass wir, wenn es den erwarteten Konjunkturaufschwung geben wird, dieses Ziel im kommenden Jahr wieder erreichen werden", sagte Strube. Der Konzernlenker setzt dabei vor allem auf die Steuerreformen im wichtigen Absatzmarkt USA sowie in Deutschland. Zusammen mit den rückläufigen Leitzinsen solle dies der lahmenden Konjunktur wieder den entscheidenden "Schwung" geben.
Von der verordneten Schrumpfkur - weltweit werden 10 Standorte und weitere 14 Anlagen geschlossen - erhofft sich Strube ein jährliches Einsparvolumen von 400 Millionen Euro. 2002 werden die Investitionen um 400 Millionen Euro zurückgefahren. BASF zählt derzeit rund 92.250 Beschäftigte.
Im zweiten Quartal erwirtschaftete der Konzern nur noch einen Netto-Gewinn von elf Mill. Euro (151 Mill. S). Der Umsatz ging von April bis Juni um 7,1 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro zurück. Wie Strube betonte, leidet das Chemiegeschäft "besonders unter der aktuellen Nachfrageschwäche". Im Gegenzug dazu seien die Preise für Energie deutlich gestiegen. Deshalb wird für das Gesamtjahr 2001 ein schlechteres Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen als noch im vergangenen Jahr erwartet. Die BASF-Aktie gab wegen dieser Nachrichten gut 3,5 Prozent nach. Sie erholte sich bis zum frühen Nachmittag wieder etwas, stand mit 45,31 Euro aber noch immer 1,71 Prozent im Minus.
Bereits im Juni war die Aktie innerhalb von Minuten um mehr als fünf Prozent gesunken, als BASF als eines der ersten Unternehmen der Old Economy seine Geschäftserwartungen nach unten korrigieren musste. Damals wurde aber noch gehofft, in diesem Jahr wenigstens das Ergebnis von 2000 wiederholen zu können. Um dies zu erreichen, kündigte Europas Nummer eins in der Chemiebranche damals die Schließung von zehn Standorten an. Außerdem wurden die geplanten Investitionen um 20 Prozent verringert.
Bei BASF wirken sich den Angaben zufolge mehrere Faktoren negativ auf das Geschäft aus: So seien die Wachstumsignale aus Europa und den USA schwächer geworden; dies wirke sich auch auf das Wachstum in Asien aus. Zudem seien die Rohstoffkosten unerwartet deutlich gestiegen. Dies ließe sich nicht im nötigen Umfang durch Preiserhöhungen kompensieren. Viele Kunden rechneten zudem tendenziell mit sinkenden Ölpreisen und kauften deshalb vorsichtiger, womit der Umsatz zurückgehe.
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