Dienstag, 7. August 2001

Sanierung und weltweite Konjunkturschwäche

Zur Sanierung der belgischen Fluggesellschaft Sabena soll erstmals auch der Flugplan deutlich ausgedünnt werden. Neben den interkontinentalen Verbindungen nach Tokio und Washington werden nach Medienberichten vom Dienstag künftig auch sechs europäische Flugziele wegfallen. Damit gäbe es keine direkten Flüge aus der EU-Hauptstadt nach Tokio mehr.

Außerdem sehe der Sanierungsplan von Sabena-Chef Christoph Müller vor, bis zu 2.000 Vollzeitstellen zu streichen. Darüber hinaus sollen die Hotels der Fluggesellschaft, ihr Cateringbetrieb und die Frachtabteilung verkauft werden. Die Unternehmensleitung rechnet nach Angaben der Zeitung "De Morgen" damit, dass Sabena in diesem Jahr rund 200 Mill. Euro (2,75 Mrd. S) Verlust einfliegen wird. Die Traditionsairline gehört dem belgischen Staat und der schweizerischen Swissair-Gruppe.

Lufthansa streicht Flüge
Die Deutsche Lufthansa will wegen der weltweiten Konjunkturschwäche ihre Kapazitäten anpassen und Flüge streichen. Ab dem Winterflugplan 2001/2002 werde die Verbindung nach Rio de Janeiro nicht mehr bedient und ab Anfang kommenden Jahres würden Bogota und Taschkent nicht mehr angeflogen, teilte die Lufthansa mit.

Zugleich würden auf verschiedenen Nordatlantik-Strecken kleinere Flugzeuge eingesetzt. Insgesamt wolle sich die Fluggesellschaft auf Grund der schwachen Weltkonjunktur sowie infolge steigender Kosten für Treibstoff, Technik und Personal stärker auf die profitablen Strecken konzentrieren, hieß es. Die Lufthansa-Aktie geriet nach der Mitteilung unter Druck und verlor 1,7 Prozent auf 18,99 Euro.

7.8.2001 14:02