Vorstand sieht "Schaden in Milliardenhöhe"

Die geplante Holding der landeseigenen Tiroler Hypo mit der Südtiroler Sparkasse (SüdSpa) dürfte geplatzt sein. Wie die Hypo in einer ersten Stellungnahme erklärte, sind die Gespräche "nach 250 Tagen ohne Entscheidung durch die Tiroler Landesregierung beendet".
Der Vorstand der Hypo Tirol und der Aufsichtsrat sehen durch die offenbar geplatzte Ehe mit der Südtiroler Sparkasse (SüdSpa) "Schaden in Milliardenhöhe" und empfehlen eine "Entpolitisierung der Entscheidungswege für zukünftige Projekte". "250 Tage ohne Entscheidung durch die Tiroler Landesregierung - trotz einstimmiger Beschlüsse in den Gremien und dreier positiver Expertengutachten - führten nun zur Beendigung der Gespräche, so das Institut.
Die SüdSpa sehe sich "nicht mehr in der Lage, auf eine Entscheidung der Tiroler Landesregierung zu warten und wird nun Verhandlungen mit anderen Interessenten aufnehmen", hieß es von Seiten der Hypo. Der Präsident der Südtiroler Sparkasse, Ander Amon, war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. Der Präsident der Südtiroler Sparkasse, Ander Amon, war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.
Weingartner: Große Chance vertan
Es sei "ärgerlich, dass wahrscheinlich eine große Chance für die beteiligten Banken, aber auch für die Europaregion leichtfertig vertan" worden sei, sagte der Landeshauptmann Weingartner in einer ersten Stellungnahme.
LHStv. Ferdinand Eberle sagte, nachdem vorläufigen Aus für die Hypo-Holding bestehe nun aber die "Möglichkeit, über andere Lösungen nachzudenken". Das Land Tirol als Alleineigentümer "soll sich nun gemeinsam mit den Organen der Hypo ohne Zeitdruck Überlegungen zu einer strategischen Ausrichtung machen".
Hintergrunt des Polit-Streits
Die Debatte um eine mögliche Banken-Holding mit Sitz in Bozen hatte schon vor geraumer Zeit zu einer Spaltung der Tiroler VP in zwei Lager geführt. Während Landeshauptmann Weingartner (V), der AAB und der Wirtschaftsbund für die Banken-Holding eingetreten waren, sprachen sich VP-Chef und LHStv. Ferdinand Eberle sowie der Bauernbund vehement dagegen aus. Die Differenzen hatten letztlich zu einem offenen Schlagabtausch und einem Machtkampf zwischen Weingartner und seinem designierten Nachfolger Eberle sowie zum angekündigten Rücktritts Eberles am letzten Parteitag geführt.
Heftige Reaktionen bei Oppositionsparteien
Heftige Reaktionen hat die scheinbar geplatzte Holding der landeseigenen Hypo Tirol mit der Südtiroler Sparkasse (SüdSpa) am Dienstag bei den Tiroler Oppositionsparteien ausgelöst. Die Entscheidung der SüdSpa, neue Partner zu suchen, sei "nachvollziehbar und verständlich", erklärte der Grüne Klubobmann, LAbg. Georg Willi. Die Freiheitlichen forderten die "baldigste Einsetzung eines Untersuchungsausschusses".
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