Dienstag, 7. August 2001

Angenommene Überschuldung von 6 Mill. Euro

Das Handelsgericht Wien hat am Montag Nachmittag das Konkursverfahren über die als Börsenmakler tätige kleine Wiener Privatbank General Commerce Bank (vormals WMP Bank) eröffnet. Das bestätigte der Konkursrichter.

Die Überschuldung der Bank, die weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigt, bezifferte er mit rund 6 Mill. Euro (knapp 83 Mill. S). Dies sei ein angenommener Wert, da einige Forderungen strittig seien, so der Richter. Die Geschäftstätigkeit des Instituts habe zuletzt geruht. "Ob die Bank das Urteil akzeptiert, bleibt abzuwarten", sagte er weiter. Sie habe nun gesetzlich das "Recht auf Rekurs".

Wie berichtet ist das Brokerinstitut seit fast einem Jahr mit akuten Finanzproblemen konfrontiert, zu einer Einigung mit den Gläubigern war es nicht gekommen. Die General Commerce Bank ist nach eigenen Angaben wegen eines Wertpapiergeschäfts mit einer Brokerfirma aus Übersee in Schieflage geraten, seit 16. Jänner 2001 stand sie unter gerichtlicher Geschäftsaufsicht. Hauptgläubiger sind die Creditanstalt (CA) und die Kärntner Hypo Alpe-Adria-Bank.

Kein Zwangsausgleich möglich
Ein Zwangsausgleich als Entschuldungsmöglichkeit für das in Konkurs befindliche kleine Wiener Brokerinstitut General Commerce Bank (ehemals WMP Bank) ist laut Kreditschutzverband von 1870 (KSV) von Rechts wegen "unmöglich". Für insolvente Banken sei eine solche Möglichkeit im Insolvenzrecht nicht vorgesehen, erklärte Alexander Klikovits vom KSV in einer Pressemitteilung vom Dienstag. Eine Liquidation der General Commerce Bank sei daher fix.

Im Gegensatz zu Banken sind Privatkunden von der Insolvenz laut KSV nicht betroffen, da die Bank nur eine eingeschränkte Konzession hatte und vor allem als Börsenmakler tätig war.

7.8.2001 13:16