Wertpapiere vom Börsehandel ausgesetzt

An der Wiener Börse sind die Aktien der Wiener Immobilienfirma General Partners Immobilienbesitz AG sowie die Residenz-Immobilien Gewinnscheine 1 und die Residenz II Realbesitz Gewinnscheine II am Montag bis auf weiteres vom Handel ausgesetzt worden. Das gab die Wiener Börse AG ohne Angabe von Gründen in einer Pressemitteilung bekannt.
Der Vorstand der General Partners Immobilien, Wolfgang Kössner, hatte vergangenen Donnerstag einen Bilanzverlust von fast 270 Mill. S (19,6 Mill. Euro) für das Geschäftsjahr 2000 bekannt gegeben und eine Hauptversammlung (HV) für 31. August angekündigt, um die Aktionäre zu informieren, dass mehr als das halbe Grundkapital verbraucht ist.
Eine Insolvenzgefahr bestehe aber nicht, hatte Kössner betont. Zumal die Vermögenswerte der Gesellschaft die Schulden bei weitem deckten. Die Verbindlichkeiten von derzeit 118 Mill. S wolle man durch zwei Immobilienverkäufe bis spätestens Ende März 2002 abbauen. General Partners hatte in einem Aktionärsbrief bereits Anfang dieses Jahres über eine "angespannte Liquiditätslage" berichten müssen.
Kössner seit Freitag in Haft
Wolfgang Kössner selbst, gegen den die Hypo-Alpe-Adria Bank vor knapp einem Monat Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt erstattet hatte, ist am vergangenen Freitag in Klagenfurt verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, als "Kopf" der General Partners Gruppe, Vermögensdelikte begangen zu haben.
Anleger und Geldgeber seien "um mehrere hundert Millionen Schilling" geschädigt worden. Die im Besitz des Landes Kärnten stehende Hypo-Alpe-Adria Bank soll um mehr als 100 Mill. S umgefallen sein. Die Rechtsanwälte Kössners vermissen in der Strafanzeige der Hypo einen "konkreten Tatvorwurf".
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