Routine ist jetzt besonders gefragt

Jetzt wird es auch wieder für die österreichische Nationalmannschaft ernst. ÖFB-Teamchef Otto Baric nominierte seinen 20 Mann-Kader für das freundschaftliche Länderspiel am 15. August gegen die Schweiz im Wiener Happel-Stadion. Gegenüber dem letzten WM-Quali-Treffen mit Liechtenstein gibt es vier Änderungen: Ronald Brunmayr, Martin Amerhauser (beide GAK), Walter Kogler (FC Tirol) und Thomas Winklhofer (1. FC Saabrücken) kehren ins Team zurück.
Nicht dabei sind gegenüber der Partie gegen das Fürstentum Heinz Weber, Gilbert Prilasnig, Edi Glieder, Rene Aufhauser sowie Markus Hiden und Stefan Lexa, die diesmal auf Abruf bereit stehen. Nicht zur Verfügung hat Baric die verletzten Martin Stranzl und Harald Cerny sowie Markus Schopp, der nach seinem Wechsel von Sturm Graz zu AC Brescia wie auch Prilasnig derzeit keine Spielpraxis aufweist. Baric versuchte bisher vergeblich, zwischen den Steirern, den Italienern und dem Schopp-Anwalt Christian Flick zu vermitteln und eine Lösung zu finden.
Routine ist gefragt
"Ich habe das Beste einberufen, was wir derzeit haben", sagte Baric, der seine Wahl auch schon im Hinblick auf den heißen Herbst der WM-Quali mit den wichtigen Spielen am 1. September in Spanien und vier Tage später in Wien gegen Bosnien-Herzegowina getroffen hat. "Besonders in Valencia ist Routine besonders gefragt", meinte der Teamchef. Daher kehrten W. Kogler, der vor einem Jahr seine Teamkarriere schon für beendet erklärt hatte, und Winklhofer zurück. "Ich glaube, Kogler kann mir helfen. Winklhofer hat zwar nicht so toll gespielt, ist aber topfit."
Viel Lob für Brunmayr
Über Brunmayr, der mit zehn Treffern in der max.Bundesliga die Schützenliste anführt und mit Mayrleb warscheinlich den Angriff bilden wird, hat der Kroate lobende Worte. Er sei viel reifer geworden, verdiene das Teamtrikot. "Ich hoffe, er setzt seine tolle Serie auch in der Nationalmannschaft fort." Amerhauser habe seine Nominierung ebenfalls verdient: "Er kommt wie Brunmayr von einem Klub, in dem derzeit alles funktioniert."
Sechs Legionäre
Dem Aufgebot gehören neben sechs Legionären fünf Spieler vom Meister FC Tirol sowie drei Austrianer, je zwei GAK- und Sturm-Spieler sowie je ein Rapidler und ein Salzburger an. Baric freut, dass die Spieler von Tirol, Sturm und des GAK zuletzt "wirklich starke Leistungen" gezeigt haben. "Jene, die im Ausland engagiert sind, waren weniger gut, aber sie sind im Team meist besser als in ihren Vereinen."
Wohlfahrt und Manninger
In der Torhüter-Frage hat sich Baric für Franz Wohlfahrt und Alexander Manninger entschieden. "Wohlfahrt ist überaus routiniert. Auch wenn er körperlich nicht ganz top ist, sind seine Ruhe, seine Konzentration und seine Anweisungen für die Abwehr wichtig", sagt der Teamchef, der er auch mit der Situation um Manninger, der von Arsenal zu Fiorentina wechselt, erleichtert ist. "Außerdem hat er schon viele Spiele in der Vorbereitungen bestritten." Gewehr bei Fuß stehen noch Almer ("Ich rechne mit ihm, wenn etwas passiert") und Goriupp. Im Auge für die Zukunft hat Baric auch Kulovits und Plassnegger.
Sehr wichtiger Test
Das 37. Länderspiel gegen die Schweiz bezeichnet Baric als einen "sehr wichtigen Test", in dem er sich über die Verfassung seiner Schützlinge ein Bild machen möchte. Test-Charakter habe das Spiel aber nur dann, wenn seine Kicker die Aufgabe auch maximal ernst nehmen. "Wir werden alles versuchen, um zu gewinnen. Wenn wir sehen, dass das nicht möglich ist, müssen wir clever verlieren."
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