Freitag, 10. August 2001

Kuerten braust über Ivanisevic hinweg

Für Stefan Koubek kam im Achtelfinale des mit 2,95 Mio. Dollar dotierten Tennis-Masters-Series-Turnier in Cincinnati das Aus. Der Kärntner war am Donnerstag gegen Aufschlagkanone Greg Rusedski chancenlos und unterlag dem Briten glatt 3:6,3:6. Gustavo Kuerten qualifizierte sich am Donnerstag mühelos für das Viertelfinale. Der topgesetzte Brasilianer hatte gegen Wimbledonsieger Goran Ivanisevic leichtes Spiel und gab beim 6:2,6:1 nur drei Games ab.

Der erste Satz ging für Koubek nach zwei Aufschlag-Verlusten schnell verloren, im zweiten Satz aber durfte der Kärntner noch einmal kurz Hoffnung schöpfen, als ihm sein einziges Break zum 3:4 gelang. Danach aber machte der 24-Jährige kein Game mehr.

Koubek misslang damit die Revanche für die 2:6,7:5,5:7-Niederlage im Jänner im Viertelfinale von Auckland. Dennoch befindet sich der Kärntner seit Kitzbühel im Aufwärtstrend, gewann er doch sieben seiner bisher letzten neun Partien. In Cincinnati hatte er sich über zwei Qualifikationsrunden sogar ohne Satzverlust ins Achtelfinale gekämpft.

Kuerten benötigte nur 42 Minuten
"Ich habe heute für einen Wimbledonsieger nicht gut ausgesehen. Ich müsste in Topform sein, um ihn, die Nummer eins der Welt, zu schlagen", meinte Ivanisevic. "Aber diesmal musste er nicht viel tun, es war eine schwache Vorstellung von mir." Nach nur 42 Minuten (!) war der Spaß vorbei, Ivanisevic gelangen bei Aufschlag Kuerten lediglich vier Punkte. "Ich habe ihn früh gebreakt und er war frustriert. Aber ich habe natürlich wesentlich mehr Schwierigkeiten erwartet", sagte Kuerten.

Bei Abendspielen ein "blindes Huhn"
Der Erfolg im Tennis-Mekka hat für Ivanisevic auch Nachteile gebracht. Natürlich wurde dieses Duell als Nightsession angesetzt und bei Abendpartien hat der Kroate in den vergangenen Jahren immer Probleme mit der Sicht bekommen. Ein Problem, das übrigens auch Kuerten hatte, dieser trägt jedoch seit eineinhalb Jahren Kontaktlinsen. Vor seinem Triumph in Wimbledon hat Ivanisevic unter Tags auf Nebenplätzen gespielt. "Ich spielte auf Plätzen, wo mich niemand finden konnte, in irgendeiner Parklücke halt", scherzte Goran.

Auch Patrick Rafter, der Sieger dieses Turniers von 1998, steht nach einem 7:6,6:2 über James Blake (USA) im Viertelfinale. In diesem trifft der Australier auf Koubek-Bezwinger Greg Rusedski. Ebenfalls weiter ist Tim Henman. Der als Nummer sieben gesetzte Landsmann Rusedskis bezwang Nicolas Kiefer 7:5,6:3.

Marathon-Match
In Los Angeles sorgten Monica Seles und Sandrine Testud wieder einmal für das umstrittenste Match des Tages. "Sandrine und ich spielen immer Marathon-Matches", sagte die als Nummer sechs gesetzte Seles nach ihrem 3:6,7:6,6:4-Erfolg über die Französin. Einmal mehr hatte Seles das bessere Ende für sich, es war der siebente Sieg en suite über Testud. Seles, die in der Vorwoche im Endspiel von San Diego Venus Williams unterlegen war, bekommt es nun mit deren kleiner Schwester zu tun. Serena, die in L.A. die vergangenen beiden Jahre triumphiert hat, führt gegen Seles im Head-to-Head mit 3:0.

Weiter kamen u.a. auch Lindsay Davenport (USA-2) durch ein 6:3,6:3 über Schett-Bezwingerin Daja Bedanova (CZE) und die Belgierin Kim Clijsters (7:6,6:3 über Alicia Molik). Ausgeschieden ist auch Wynne Prakusya (INA), die im letzten Moment die neuerlich verletzte Russin Anna Kurnikowa ersetzt hatte.

Schett im Doppel weiter
Barbara Schett hält sich nach ihrem frühen Aus im Einzel im Doppel schadlos, an der Seite von Arantxa Sanchez-Vicario (ESP) bezwang sie Rika Hiraki/Molik (JPN/AUS) in der zweiten Runde knapp 6:0,4:6,7:6 (7/5).

10.8.2001 11:45