Tiefe Kluft zwischen Fans und Dokupil

Umfrage: Soll Dokupil gefeuert werden?
Bei Rapid war die Reise-Stimmung nach der 0:4-Heimschlappe mehr als getrübt. Vor dem Hinspiel der Qualifikationsrunde am Donnerstag (20:30 Uhr) in Serravalle gegen San Marinos Meister SP Cosmos war die blamable Darbietung gegen die Grazer weiterhin das dominierende Thema.
Sportdirektor Ernst Dokupil wollte das Verhalten der Zuschauer weiterhin nicht verstehen: "Ich habe Verständnis dafür, dass sie unzufrieden sind. Aber nicht dafür, dass sie die Mannschaft nicht unterstützen. Zudem haben sie ihre Intelligenz mit dieser Aktion bewiesen." Seine Schuldzuweisung an die Fans nach Spielende über das Stadion-Mikrofon heizte die Atmosphäre in Hütteldorf zudem nur noch mehr an. Auch Vize-Präsident Peter Weber war mit einigen Aktionen des bezahlten Vereins-Angestellten nicht einverstanden, das Klima innerhalb des Klubs war jedenfalls seit Sonntagnachmittag mehr als angespannt.
Spiel gegen Cosmos im Hintergrund
Die Partie im Kleinstaat (von den 26.000 Einwohnern spielten aber im Vorjahr immerhin 1.500 Fußball) rückte dabei vor dem Abflug mit einer Chartermaschine am Mittwoch nach Rimini fast in den Hintergrund. Der Gegner Cosmos, der über ein Budget von rund einer halben Mio. S verfügt, wurde von Dokupil aber in der vergangenen Woche beobachtet.
Routinier älter als der Trainer
Im Kader der Societa Polisportiva Cosmos Serravalle stehen sieben Spieler aus Italien, sonst setzt Trainer Agostino Leardini (ebenfalls ein Italiener) aber auf 18 Akteure aus San Marino. Das jüngste Kadermitglied Mirko Manzaroli ist 21 Jahre alt, Routinier Valdes Pasolini hat hingegen bereits 39 Lenze auf dem Buckel und ist nur um fünf Monate jünger als sein Coach, der seine Spieler vier Mal in der Woche zum Training ruft.
Seit 1985 eigene Meisterschaft
Der Vereinsfußball in der Repubblica di San Marino sieht seit 1985 eine eigene Landesmeisterschaft vor, zuvor mischten diverse Klubs - darunter auch Cosmos - im italienischen Ligabetrieb mit. Die nationale Meisterschaft "Campionato Sanmarinese" hatte bis 1996 einen zweifelhaften Modus: Der Meister der zweiten Liga durfte am Saisonende nicht nur aufsteigen, sondern auch an der Endrunde um die Landesmeisterschaft derselben Spielzeit teilnehmen. Theoretisch konnte also ein Zweitligist Landesmeister werden, was 1996 Libertas auch gelang. Cosmos war 1990 nur knapp daran gescheitert, als erst im Finale (die Endrunde wurde nach k.o.-System ausgespielt) Endstation war.
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