Samstag, 11. August 2001

Österreicher "mussten alle Trümmer zusammensuchen"

Alles andere als optimal stellt sich die Situation im österreichischen Skispringer-Lager wenige Tage vor Beginn des neunten Sommer-Grand-Prix am Wochenende in Hinterzarten dar. "Wir mussten alle Trümmer zusammensuchen, wie man so schön sagt", meinte Cheftrainer Toni Innauer und sprach damit seine auf Grund verschiedener Gegebenheiten etwas angeschlagene Equipe an.

Bei Andreas Widhölzl sind zuletzt im Urlaub wieder Rückenschmerzen aufgetreten. "Wir haben im Frühjahr eine gute Therapie gemacht, leider sind die Schmerzen jetzt wieder da", berichtete Innauer am Dienstag. Es handle sich um muskuläre Verhärtungen und eine Blockade im Kreuz-Darmbeingelenk. "Er kommt derzeit kaum in die Hocke."

Auch Schmerzen bei Höllwarth
Auch Normalschanzen-Team-Weltmeister Martin Höllwarth klagt über Knieschmerzen. Stefan Horngacher war zuletzt nicht beim gesamten Techniktraining in Oberhof dabei, weil vergangene Woche seine Großmutter gestorben ist. Schließlich endete für Wolfgang Loitzl und Martin Koch erst diese Woche die Bundesheer-Grundausbildung. "Die Beiden kommen direkt zur Qualifikation nach Hinterzarten. Es ist momentan alles eher ein Stückwerk", sagt Innauer.

Techniktraining in Oberhof
Widhölzl hat mit Höllwarth und Andreas Goldberger das Techniktraining in Oberhof bis zum Schluss mitgemacht und zeigte im internen Vergleich trotz seiner Beschwerden die beste Leistung. "Wir haben in Oberhof recht schwach angefangen, weil wir auch schon lange auf keiner Großschanze mehr waren. Es hat sich dann aber zufriedenstellend entwickelt", erklärt der ÖSV-Cheftrainer.

Sommer-GP als Formüberprüfung
Für den Sommer-Grand-Prix sind die Erwartungen auf Grund der Umstände nicht besonders hoch gesetzt. Er diene "als reine Formüberprüfung und kann ein Entwicklungsbeschleuniger sein". Außerdem legte Innauer im Saisonaufbau das Hauptaugenmerk auf den Kraftaufbau. "Bis das in das Feingefühl übergeht, das dauert", weiß der Vorarlberger. Die FIS wird im heuer auf sieben Bewerbe reduzierten Sommer-GP die Anzugsdicke rigoros kontrollieren. "Im Vorjahr waren wegen des Anzugsmonopols quasi alle über fünf Millimeter Dicke, das wird heuer nicht mehr durchgehen." Die Springer merken das schon am Flugverhalten. Neben den erwähnten sechs Springern werden auch die Youngsters Manuel Fettner und Stefan Kaiser den Sommerbewerb mitmachen.

Programm Sommer-Grand-Prix
Hinterzarten (11./12.8. zwei Bewerbe)
Courchevel (14.8.)
Stams (18.8.), Sapporo (5.9.)
Hakuba (8./9.9. zwei Bewerbe)

11.8.2001 19:02