Mannschaft peilt Platz unter den Top sechs an

Österreichs Dressur-Reiter haben zuletzt einen Aufschwung erfahren. Bester Beweis: Ein Blick auf die aktuelle Weltrangliste. Mit Stefan Peter (28.), Peter Gmoser (34.), Andrea John (36.) und Sandra Jung-Walter (39.) rangieren gleich vier Reiter unter den Top 40.
Dieses Quartett vertritt Rot-weiß-rot auch bei den am Donnerstag beginnenden Europameisterschaften in Verden (Deutschland). Auf Grund dieser Entwicklung darf man für den Mannschaftsbewerb einen Platz unter den Top sechs erhoffen.
"Wir haben immer gute Reiter gehabt, aber man muss auch das Glück haben, einen guten Partner zu finden", sagt die langjährige Dressur-Referentin Gerda Rankl und meint damit freilich die Hauptdarsteller dieses Sports, die Pferde. Und dass man auch über die nötigen finanziellen Mittel verfügen muss, ist ein ungeschriebenes Gesetz: Ein fünf- bis sechsjähriges Pferd mit guten Anlagen kostet rund 200.000 D-Mark (102.258 Euro/1,41 Mio. S). "Und da weiß man noch gar nicht, ob das Pferd willig ist und sich gut ausbilden lässt", erklärt Rankl.
Neben den beiden Olympiastartern Peter und Gmoser haben sich zuletzt auch die beiden in Deutschland lebenden Amazonen Andrea John und Sandra Jung-Walther in den Vordergrund geritten. John lebt in München, die gebürtige Deutsche Jung-Walther hat einen Zweitwohnsitz in Kitzbühel und lebt in Iserlohn. Während Rankl für die Mannschaft auf eine Platzierung um Rang sechs hofft, ist sie im Einzel bescheidener. "Es wäre schön, wenn sich zwei Reiter für den Grand Prix special der besten 25 qualifizieren könnten", so Rankl. Auch Österreichs Nummer eins, Stefan Peter, sieht das ähnlich. "Das Erreichen der Musikkür der besten 15 wäre ein Traumziel", meinte der Steirer, der in Verden Acartenango, einen 13-jährigen Hengst, satteln wird.
Für die bisher einzige Dressur-Medaille in der allgemeinen Klasse für Österreich hat übrigens vor 22 Jahren Sissy Max-Theurer gesorgt: Die Olympiasiegerin von 1980 gewann 1979 die Goldmedaille.
Während für das aktuelle rot-weiß-rote Team Medaillen außer Reichweite sind, ist für die Konkurrenz Gastgeber Deutschland sowohl im Team- als auch im Einzelbewerb so gut wie unschlagbar. "Wenn alle Pferde in normaler Form sind, dann müsste das klappen", meinte Ulla Salzgeber zum wahrscheinlichen Team-Gold. Und auch im Einzel ist die Numemr eins der Welt klare Goldfavoritin. Die einzige Nicht-Deutsche in den Top five der Welt, Anky van Grunsven (NED), hat ihr Spitzenpferd Bonfire in Pension geschickt und kann kaum ganz vorne mitreiten. Die EM beginnt am Donnerstag und Freitag mit dem Grand Prix (I. und II. Teil), am Samstag folgt der Grand Prix speciale, am Sonntag die abschließende Musik-Kür.
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