Rotes NS-Erbe soll ab Herbst aufgeklärt werden

Eineinhalb Jahre nach seiner öffentlichen Erklärung zu "braunen Flecken" in der SPÖ macht Alfred Gusenbauer ernst: Im September ernennt der SPÖ-Chef jene Historikerkommission, die den oft zu weichen Umgang seiner Partei im Umgang mit ehemaligen Nazis - so auch mit dem NS-Arzt Heinrich Gross - aufarbeiten soll.
Gusenbauer liegen bis dato zwei Angebote vor: Eines vom Leiter des Instituts für Zeitgeschichte an der Universität Wien, Gerhard Jagschitz, und ein zweites vom Leiter der Historikerkommission des Bundes, Clemens Jabloner. Noch im September will Gusenbauer eines der beiden Angebote annehmen.
Auch die bisher ungeklärte Finanzierung dürfte geregelt sein. Es gebe einen Sponsor, sagte Gusenbauer, sein Name werde allerdings auch erst im September genannt werden. Bei beiden Angeboten belaufen sich die Kosten auf rund zwei Millionen Schilling, ein Jahr lang sollen die Forscher die Archive der SPÖ und ihrer Teilorganisationen nach ehemaligen Nazis durchstöbern.
SP-interner Widerstand gegen NS-Aufklärung
Interner Widerstand gegen die historische Aufarbeitung ist bereits programmiert: SPÖ-Pensionistenchef Karl Blecha verlautbarte, die Aufarbeitung mache nur dann Sinn, wenn sich auch ÖVP und FPÖ anschließen. Blecha: "Wenn Braunes vertuscht wurde, dann von allen Parteien."
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