Kommerzieller Betrieb Anfang nächsten Jahres

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Das südböhmische Atomkraftwerk Temelin hat am Sonntag nach einer mehr als 3 Monaten Pause den Probelauf wieder aufgenommen. Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer bezeichnete den Start des Probebetriebs als "Provokation ersten Ranges". FPÖ-Klubobmann Westenthaler spricht von einer "Frozzelei Tschechiens".
Wie Temelin-Sprecher Milan Nebesar weiters bestätigte, haben die Operateure die Kettenreaktion in dem Reaktor kurz vor 8.00 Uhr gestartet. Zur Zeit würden weitere physikalischen Tests durchgeführt, und die Leistung des Reaktors solle stufenweise bis auf 55 Prozent steigen. Dies ist das bisher maximale Leistungsniveau, das die Staatliche Behörde für atomare Sicherheit (SUJB) erlaubt hat.
Nach früheren Informationen soll Anfang nächster Woche auch die Turbine angeschlossen werden. Bis zur Abschaltung des Reaktors Anfang Mai, die nach einer Serie von Pannen erfolgte, hatte der Reaktor rund 600 verschiedene Tests absolviert. Weitere rund 1.000 Tests müssen noch durchgeführt werden, bis der kommerzielle Betrieb des ersten Blocks, der für Anfang des nächsten Jahres vorgesehen ist, beginnen kann. Der folgende Probelauf in Temelin sieht noch vier Etappen vor: Die Leistung des Reaktors soll stufenweise von 55 Prozent auf 75, 90 und schließlich auf 100 Prozent gesteigert werden.
OÖ-Landeshauptmann Pühringer: "Temelin-Start ist Provokation"
Als "eine Provokation ersten Ranges" bezeichnete der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (V) die Wiederaufnahme des Probebetriebs im tschechischen Atomkraftwerk Temelin am Sonntag. Er bedaure, dass auf tschechischer Seite - insbesondere von den Betreibern - scheinbar nichts dazugelernt worden sei.
In einer "sehr sensiblen Situation" solle man, so Pühringer, vielmehr beruhigen und den Dialog suchen, als die Stimmung noch anzuheizen.
SPÖ: Affront und unverantwortlich
Umweltsprecherin Ulli Sima hat die Wiederaufnahme des Probebetriebs als "Affront und als unverantwortlich" bezeichnet. "Auf Biegen und Brechen soll Temelin ans Netz, auch wenn die unzähligen Pannen und die etliche Studien die Gefährlichkeit des Reaktors belegen", so Sima.
Für FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler ist es ein "neuerlicher Höhepunkt der Frozzelei Tschechiens gegen Österreich."
Grüne: Melker Prozess einseitig aufgekündigt
Mit der neuerlichen Inbetriebnahme des tschechischen Atomkraftwerks Temelin sei der Melker Prozess "einseitig aufgekündigt" worden, so Rudi Anschober, Klubobmann der Grünen im oberösterreichischen Landtag.
Anschober forderte eine neue bilaterale Verhandlungsrunde auf Ebene der Regierungschefs, bei der Österreich "endlich offiziell eine Stilllegung verlangen und gleichzeitig ein EU-weites Ausstiegsangebot vorschlagen muss".
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