Samstag, 11. August 2001

Unbekannte Zahl von Verletzten

Mazedonische Truppen haben am Samstag eine groß angelegte Offensive gegen die von Albaner-Rebellen besetzten Gebiete in dem Land begonnen. Armee und Polizei griffen Stellungen der Rebellen im nordwestlichen Raum zwischen den Städten Gostivar und Tetovo sowie im nördlichen Grenzgebiet zum Kosovo an.

Westliche Beobachter erklärten, der Einsatz werde aus der Luft mit Kampfhubschraubern und Flugzeugen unterstützt.
Mindestens drei Personen, darunter ein Polizist, seien verwundet, doch könne die Zahl weit höher werden, teilte der Chef des Zentralkrankenhauses von Tetovo, Rahim Thaci, mit.

Die seit Wochen heftigsten Angriffe richteten sich gegen die Gebiete, die unter Kontrolle der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) sind. Anders als bei früheren Offensiven gab es keine Erklärungen der Führungsstäbe von Polizei und Armee zu den Angriffen.

Die mazedonische Nachrichtenagentur MIA meldete "anhaltende Detonationen und Schüsse aus verschiedenen Arten von Waffen aus verschiedenen Richtungen". Der Meldung zufolge eröffneten Rebellen der Nationalen Befreiungsarmee das Feuer in Vororten und einem Gebiet in der Nähe des Stadtzentrums. Die Sicherheitskräfte hätten die Angriffe entschieden erwidert.

US-Regierung warnt vor Reisen nach Mazedonien
Angesichts der wachsenden Spannungen in Mazedonien hat die US-Regierung die Amerikaner vor Reisen in das Land gewarnt. Das Außenministerium wies zugleich ein Teil des Botschaftspersonals und die Angehörigen von Mitarbeitern der Botschaft an, Mazedonien zu verlassen. Erst am Freitagabend hatten aufgebrachte Mazedonier versucht, die amerikanische Botschaft in Skopje zu stürmen. Sicherheitskräfte konnten dies verhindern. Die slawischen Mazedonier werfen dem Westen und insbesondere den USA vor, Partei für die albanischen Rebellen ergriffen zu haben.

11.8.2001 22:14