Stammzellen-Forschung mit Einschränkungen

US-Präsident George W. Bush will die Forschung an menschlichen Stammzellen nur in begrenztem Umfang staatlich unterstützen und genau kontrollieren. Dieser Kompromiss, ein Rückschlag für die Anhänger umfassender wissenschaftliche Forschungen, war allgemein erwartet worden.
Bush sagte, er habe sich für die Förderung entschieden, weil diese gentechnische Forschung ein großes Potenzial für die Heilung chronischer Krankheiten beinhalte. Er werde aber die Förderung auf die Forschung nur an bereits existierenden Reihen embryonaler Stammzellen begrenzen. Das beschränke die Forschung auf Embryonen, die bereits zerstört seien.
Politisch schwerwiegende Entscheidung
"Ich habe entschieden, dass wir mit großer Sorgfalt vorgehen müssen", sagte der Präsident. Er kündigte ein wissenschaftliches Beratergremium an, das die Entwicklung verfolgen soll. Die Entscheidung war von den Beratern des Präsidenten wie ein Staatsgeheimnis gehütet worden. Sie gilt nach Auffassung enger Berater und prominenter Parteifreunde als eine der politisch schwerwiegendsten des Republikaners, der während des Wahlkampfs im Jahr 2000 eine Finanzierung noch klar abgelehnt hatte.
"Ethische Minenfelder"
Bush sagte, die Stammzellenforschung befinde sich auf "ethischen Minenfeldern" und es gebe weit verbreitete Meinungsverschiedenheiten darüber. Auf der einen Seite seien mit ihr große Hoffnungen verbunden, auf der anderen liege sie an der Grenze großer menschlicher Gefahren. Der nächste Schritt könne das Klonen von Menschen sein. Er lehne das strikt ab. "Selbst das nobelste Ziel rechtfertigt nicht jedes Mittel", sagte der Präsident. Er habe daher entschieden, nur die Forschung mit den bereits vorhandenen Stammzellenlinien zu fördern, wo die "Entscheidung über Leben und Tod bereits getroffen wurde".
Er habe sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht und mit großer Vorsicht getroffen, sagte Bush weiter. "Ich bete darum, dass es die richtige ist." Es sei wichtig, dass man bei dieser neuen Grenzziehung moralische und ethische Sorgen berücksichtigt. Deshalb habe er die Meinungen von Ethikern, Abtreibungsgegnern und den Anwälten der Kranken eingeholt, sowie die Meinungen von Forschern und des Papstes angehört.
Forschung statt Zerstörung
Er habe sich die Frage gestellt, ob eingefrorene Embryos menschliches Leben sind, das kostbar und deshalb schützenswert sei, erklärte Bush. Die zweite Frage sei gewesen: "Wenn diese Embryos sowieso zerstört werden, soll man sie dann nicht für einen guten Zweck verwenden, für Forschung, die sich die Erhaltung und Verbesserung anderen Lebens widmet?"
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