Kaprun Fagan will 23 Firmen klagen

Ed Fagan plant weitere Klagen: Der Anwalt von Angehörigen der US-Opfer der Tunnelkatastrophe von Kaprun will in den kommenden Tagen in den Vereinigten Staaten noch weitere Klagen gegen österreichische, deutsche und schweizerische Unternehmen einbringen. Bei der Katastrophe im November 2000 sind 155 Menschen ums Leben gekommen.
Ed Fagan macht dabei die angeblich mangelhafte Sicherheitsausstattung des Unglückstunnels - der "Todesfalle" - für das Unglück mitverantwortlich. Bei einer Pressekonferenz in Wien nannte Fagan konkret sieben Unternehmen, die jetzt geklagt würden, weitere sollen folgen.
Streitwert: Mehrere 100 Millionen Dollar
Erst Anfang dieser Woche hatte Fagan Klagen im Streitwert von mehreren 100 Millionen Dollar eingebracht, etwa gegen die Intersport Austria GmbH und die Thyssen Krupp AG. Folgen sollen nun unter anderen die Bosch Rexroth AG als Rechtsnachfolgerin von Mannesmann Rexroth und Heitkamp Inc., aber auch Prüfunternehmen wie der TÜV Österreich, TÜV Rheinland und TÜV International. Damit sind Klagen gegen 21 Unternehmen eingebracht.
Auch Sicherheitsfirmen in Fagans Visier
Fagan sieht die Verursacher der Tunnelkatastrophe nicht nur in jenen Unternehmen, die an Bau und Ausstattung der 1973 in Betrieb genommenen Bahn beteiligt waren, sondern auch jene, die für die Überprüfung der Sicherheit - zum Beispiel für Belüftung, Beleuchtung und Beschaffenheit von Materialien - zuständig waren und ein einwandfreies Zeugnis ausstellten. Als Mitschuldige habe man auch konkrete zum Teil hochrangige Personen bei Behörden eruiert.
An Verkehrsministerin Monika Forstinger richtete Fagan die Aufforderung, den nach der Kaprun-Katastrophe erstellten Bericht über Tunnelsicherheit zur Gänze zu veröffentlichen. Aktueller Anlass für die Forderung des US-Anwalts sind die beiden Verkehrsunfälle in Gleinalm- und Ambergtunnel am Montag und Mittwoch dieser Woche, bei denen insgesamt acht Menschen starben. Fagan ortet Parallelen zwischen Gleinalmtunnel und Kaprun: Hier wie dort habe nicht ausreichende Belüftung zum Tod der Opfer geführt.
Kommenden Montag werden einander sämtliche Opfer-Anwälte - von insgesamt 16 Rechtsanwaltskanzleien - treffen. Den Ort dieser Konferenz wollte Fagan nicht nennen, kündigte aber eine Pressekonferenz im Anschluss daran an.
Katastrophen-Ursache weiter unklar
Woher Medienberichte stammten, wonach der Heizstrahler Auslöser für die Katastrophe gewesen sei, könne sie nicht sagen, erklärte die Salzburger Untersuchungsrichterin Charlotte Rohan-Achammer am Donnerstag. Derzeit handle es sich um Mutmaßungen und Spekulationen. Man müsse die entscheidenden Gutachten abwarten, die Ende August beziehungsweise Anfang September einlangen dürften, sagte Rohan-Achammer. Dann gebe es unverzüglich eine ausreichende Information.
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