Stecken Globalisierungs-Gegner hinter dem Anschlag?

Grafik zum Sprengstoff-Anschlag
3.30 Uhr Früh: Eine gewaltige Explosion erschüttert das historische Zentrum von Venedig. Ein Teil des Gerichtsgebäudes in der Nähe der Rialto-Brücke ist in die Luft geflogen. Eine Bombe! Ihre Sprengkraft hätte gereicht, um mehrere Menschen zu töten. Die Polizei ermittelt - ein erster Verdacht: Globalisierungs-Gegner!
Die italienische Polizei spricht von einem gezielten Anschlag! Im Gerichtsgebäude wurden nach der Explosion Spuren von Sprengstoff gefunden. Bisher ist kein Bekennerschreiben oder Bekenneranruf eingelangt. Nach anfänglichen Zweifeln geht die Staatsanwaltschaft nicht mehr von einem Gasunfall aus. Sondern von einem Bomben-Attentat durch Globalisierungsgegner. "Es war eine Bombe", erklärte auch Bürgermeister Paolo Costa. "Ich glaube, Venedig soll eine Bühne für demonstrative Aktionen abgeben." Bei der Explosion wurde niemand verletzt, zwei Wachbeamte erlitten einen Schock.
Galt die Bombe Regierungschef Berlusconi?
Die Explosion erfolgte Donnerstag Nacht kurz vor 3:30 Uhr im Heizraum des Gerichtsgebäudes in der Nähe der Rialto-Brücke im historischen Zentrum. Staatsanwalt Felice Casson schloss einen Zusammenhang mit dem Besuch des italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi in der Lagunenstadt nicht aus. Bisher bekannte sich noch keine Organisation zum Anschlag.
Globalisierungs-Gegner kündigten Proteste in Venedig an
Berlusconi soll heute mit Bürgermeistern der Region und mit Verkehrsminister Pietro Lunardi ein Abkommen zur Stärkung der Straßeninfrastrukturen in der Region Venetien unterzeichnen. Berlusconi war in den letzten Wochen nach dem G-8-Gipfel in Genua als Ministerpräsident der Mitte-Rechts-Regierung scharfer Kritik von Opposition und Globalisierungsgegnern ausgesetzt gewesen. In diesem Zusammenhang hatten Globalisierungsgegner in Venedig schon vor Tagen anlässlich des Besuchs Demonstrationen angekündigt.
Bombe hätte mehrere Menschen töten können
Laut den Ermittlern sei die Explosion stark genug gewesen, um mehrere Personen verletzen oder gar töten zu können. Da sich die Explosion aber in den frühen Morgenstunden ereignete, waren nur einige Sicherheitsbeamte im Gebäude. Zwei Carabinieri wurden von der Druckwelle der Explosion erfasst, erlitten einen starken Schock und wurden ins Spital eingeliefert. Sie konnten nach wenigen Stunden bereits wieder entlassen werden. Die Explosion soll in der ganzen Stadt zu hören gewesen sein. Tausende Bürger und Touristen wurden aus dem Schlaf gerissen.
Schwere Schäden an Gebäuden
Zum Teil erheblich sind die Schäden am Gerichtsgebäude, das von der Via della Corveria und dem Campo San Giacometto begrenzt wird. Die Explosion verursachte an der Außenmauer ein Loch von zirka einem Meter Durchmesser. Teile des Mauerwerks stürzten ein, andere Außenmauern sind einsturzgefährdet, zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch. Wegen der Einsturzgefahr und wegen der laufenden Ermittlungen sperrte die Polizei das Gebäude weiträumig ab. Der Explosionsort befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Rialto-Brücke und der damit verbundenen Touristenströme.
Wie die Exekutive erklärte, stand das Gebäude schon seit Tagen unter besonderer Bewachung der Carabinieri, da Attentate von Globalisierungsgegnern befürchtet worden waren. Ob es im Vorfeld des Anschlags entsprechende Drohungen Warnungen gegeben hatte, gab die Exekutive vorerst nicht bekannt.
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